Verkaufsgerüchte um UTA verdichten sich

15. Mai 2001, 10:35
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Konsolidierungskurs zwingt zum Abbau von 70 Jobs

Wien - Die Suche der UTA nach Partnern geht in eine heiße Phase. Gefragt ist von den Eigentümern Swisscom und den Landesenergieversorgern vor allem der Zugang zu einem Mobilfunknetz. Ob dies mit einem Verkauf Hand in Hand gehen wird, darüber gehen die Meinungen in der Branche auseinander.

Kurt Lüscher, der scheidende UTA-Vorstand, hatte gegenüber dem STANDARD mehrfach betont, dass mit den beiden im Aufbau befindlichen UMTS-Handybetreibern Telefónica und Hutchison über Kooperationen verhandelt werde. Ein Totalausstieg der Swisscom sei aber nicht geplant. Format berichtet nun, nicht nur der Verkauf des 45,5-Prozent-Pakets der Schweizer an die Spanier stehe unmittelbar bevor, sondern auch die Stromfirmen wären zu einem Verkauf bereit. Die neun Landesversorger halten miteinander 45,5 Prozent minus eine Aktie an der UTA, die restlichen neun Prozent hält die Raiffeisengruppe. "Die Swisscom hat im Moment nicht im Sinn, die UTA zu verkaufen", hieß es dazu am Montag in der Swisscom-Pressestelle.

Branchenkenner hingegen berichten, der künftige Telefónica-Chef in Österreich, Ex-UTA-Vorstand Kurt Lüscher, würde zumindest an der Übernahme des im Herbst 2000 von der UTA übernommenen Raiffeisen-Internetproviders Netway durch die Spanier basteln. Am Festnetz seien die "Matadores" hingegen nicht interessiert, weil sie vor zwei Jahren bereits European Telecom übernommen haben.

Ebenfalls Gegenstand von Spekulationen und Verhandlungen ist, wie tief die Kaufinteressenten in die Tasche greifen müssen, um die UTA einzusacken. Format beziffert den Unternehmenswert der UTA, der dem Einstieg von Raiffeisen zugrunde gelegen sei, mit 13 Mrd. S (945 Mio. Euro). Der Wechsel von Lüscher zur Telefónica-Tochter 3G-Moviles, die im November eine UMTS-Lizenz in Österreich ersteigert hat, habe damit nichts zu tun, betonte UTA-Pressesprecher Martin Halama.

Eine Frage des Geldes

Nicht überraschend kommt die Ankündigung, die UTA werde bis Ende 2001 rund elf Prozent ihres Personals abbauen. Früheren Angaben zufolge sei dies eine Folge der Netway-Übernahme und daraus resultierender Überkapazitäten. Konkret soll die Mitarbeiterzahl von derzeit 627 auf 557 Personen reduziert werden, bestätigte UTA-Sprecher Halama. Ziel sei es, Kosten zu reduzieren, Prozesse zu straffen und die Konsolidierung fortzusetzen, so die offizielle Diktion. (ung/APA)

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