Volksbanken wollen mit Ergo in den Osten

14. Mai 2001, 19:33
posten

Sperrminorität wurde angeboten - 2000 war bestes Geschäftsjahr der Geschichte

Wien - Die österreichische Volksbanken AG (ÖVAG), das Spitzeninstitut des Volksbankensektors, will in Osteuropa kräftig expandieren. Als Partner soll der deutsche Ergo-Versicherungskonzern an Bord geholt werden, sagte ÖVAG-Generaldirektor Klaus Thalhammer anlässlich der Präsentation der Bilanz 2000. Bis zu 25,1 Prozent an der Ost-Holding wurden Ergo angeboten, bis zum Sommer soll der Deal unter Dach und Fach sein. Schon jetzt ist die Ergo an der ÖVAG durch ihre Tochter, die Victoria-Versicherungsgruppe, mit 6,2 Prozent an der ÖVAG beteiligt. Dieser Prozentsatz soll anlässlich der geplanten Kapitalerhöhung auf zehn Prozent gesteigert werden.


DG geht fremd

Die deutsche DG-Bank, die 25 Prozent an der ÖVAG hält, wird im Osten nun eher als Konkurrent auftreten: Das gerade in Fusion mit der GZ-Bank befindliche Institut wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bis Jahresende an der Ost-Tochter der Raiffeisen-Zentralbank beteiligen. Thalhammer sieht darin aber keine Probleme für sein Institut. Immerhin stehe den Kunden der Volksbanken der große internationale Volksbanken-Verbund zur Verfügung, der auch von der DG-Bank weiter unterstützt werde. Das abgelaufene Geschäftsjahr brachte für die ÖVAG Rekordergebnisse, unterstrich Thalhammer. Die Bilanzsumme des Konzerns wuchs um 12,4 Prozent auf 219 Mrd. S (15,91 Mrd. EURO), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte um ein gutes Drittel auf 1,224 Mrd. S ausgeweitet werden. Grund dafür waren vor allem gestiegene Zinserträge und Provisionen. "Die Zahlen bestätigen unsere Strategie, ein Allfinanz-Anbieter zu werden", sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Thalhammer. Zu den steuerlichen Problemen im Rahmen von Anleihegeschäften (DER STANDARD berichtete) meinte er, es sei dafür in der Bilanz ausreichend vorgesorgt worden. (mimo, Der Standard, Printausgabe, 15.05.2001)

Share if you care.