Altkommunisten zu Dialog mit Mitte-Links-Koalition bereit

14. Mai 2001, 18:30
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Krise bei den Grünen

Rom - Die sich abzeichnende Niederlage bei den italienischen Parlamentswahlen am Sonntag könnte zu einer entscheidenden Wende in den gespannten Beziehungen zwischen der Mitte-Links-Allianz "Ölbaum" und der altkommunistischen "Rifondazione" führen, die sich hartnäckig zu einer Wahlallianz mit der Regierungskoalition geweigert hatte. Rifondazione-Chef Fausto Bertinotti erklärte sich am Montag bereit, den Dialog mit den Linksdemokraten (DS, stärkste Partei des Mitte-Links-Blocks) und anderen linksorientierten und sozialdemokratischen Parteien neu aufzunehmen.

Bertinotti schlug eine tiefgreifende Analyse der Wahlergebnisse vor. "Wir sollten überprüfen, ob wir auf dieser Basis einen gemeinsamen Weg neu aufnehmen können", so Bertinotti. Aus dem Wahlergebnis geht hervor, dass die Rifondazione von Fausto Bertinotti, die sich aus ideologischen Gründen hartnäckig gegen eine Allianz mit Rutelli gewehrt hatte, mit einem harten Sockel von fünf Prozent der Wähler rechnen kann, ein beträchtliches Ergebnis angesichts der generellen Stimmenverluste der Linken. Angesichts des Wahlresultates will Bertinotti nun die Möglichkeit einer gemeinsame Opposition mit der Mitte-Links-Allianz überprüfen.

Eine tiefe Krise herrscht im Haus der italienischen Grünen. Die Sammelbewegung "Sonnenblume", welche die Grünen mit den Neuen Sozialisten gegründet hatten, musste sich mit knapp 2,3 Prozent der Stimmen begnügen. Agrarminister Alfonso Pecoraro Scanio, ein Spitzenpolitiker der Ökopartei, erklärte, er werde bei der am Dienstag geplanten Parteitagung die Auflösung der Gruppierung vorschlagen. Medienberichten zufolge könnte die gesamte Führung der Grünen zurücktreten. Die Grünen hatten sich vier Prozent der Stimmen als Ziel gesetzt. (APA)

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