Die Lega Nord hat es doch geschafft

15. Mai 2001, 11:35
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Trotzdem ist Umberto Bossi der große Verlierer der Wahl

Rom - Erleichterung bei der rechts-populistischen Lega Nord. Die Partei von Umberto Bossi, die im März 2000 eine Wahlallianz mit Silvio Berlusconi eingegangen war, hatte laut den Exit Polls den Parlamentseinzug verfehlt.

Er schaffte laut amtlichen Wahlergebnis über das Verhältniswahlrecht nicht den Einzug in die Kammer, wird aber über das Mehrheitswahlrecht zweifellos mehrere Dutzend Abgeordnete stellen können. Ähnlich wird es den Listen von Ex-EU-Kommissarin Emma Bonino, Ex-Staatsanwalt Antonio Di Pietro und der faschistischen Liste "Fiamma Tricolore" von Pino Rauti gehen.

Der Chef der rechts-populistischen Lega Nord ist dennoch der große Verlierer der Wahl. 1996 kam er noch auf 10 Prozent der Stimmen. Diesmal schaffte er nicht einmal die Hälfte davon. Seine besten Zeiten scheinen vorbei. Schon vor fünf Jahren erlebte der einstige Automechaniker ein Fiasko, als er in Venedig seinen Phantasiestaat "Padania" ausrief. Niemand kümmerte sich darum. Doch Bossi kann seinem Koalitionspartner Berlusconi Ärger bereiten. "Ich bin ein Barbar. Bei mir muss man Pulver riechen und Säbelrasseln hören", meinte er einmal von sich selbst.

Eine schwere Niederlage muss dagegen der Ex-Gewerkschaftschef Sergio D'Antoni hinnehmen, der an der Spitze seiner im Herbst gegründeten "Democrazia Europea" eine neue gemäßigte Bewegung nach Modell der 1993 aufgelösten Democrazia Cristiana aufbauen wollte. Weder D'Antoni noch andere Vertreter der Partei schafften den Einzug ins Parlament. (APA)

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