Analystenzunft will reuig aus Fehlurteilen lernen

14. Mai 2001, 17:15
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Berufsregeln sollen verschärft werden

Frankfurt - Die mit der Börsenkrise ins Zwielicht geratene Analysten-Zunft will aus eigenen Fehlurteilen lernen und sich künftig schärfere Regeln auferlegen. Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management e.V. (DVFA) hat am Montag in Frankfurt neue Verhaltensgrundsätze für ihre Mitglieder vorgestellt. Analysten sollen künftig nicht mehr mit Aktien handeln dürfen, für die sie Empfehlungen aussprechen.

Mögliche Interessenkonflikte bei der Beurteilung der Chancen von Aktien mit dem eigenen Arbeitgeber - in der Regel Banken und Emissionshäuser - müssen offen gelegt werden. Zudem dürfen bald auch Privatanleger das so genannte "Standesgericht" der DVFA anrufen, um Verfehlungen aufzuklären. Neben Verwarnungen und dem Ausschluss aus der DVFA drohen Analysten Geldstrafen bis zu 5.000 Euro (68.802 S).

Mit der Verschärfung ihrer 1995 beschlossenen Berufsgrundsätze will die DVFA verlorenes Vertrauen in die Arbeit der Analysten-Zunft zurückgewinnen. Nach den Kurseinbrüchen - vor allem am Neuen Markt - und oft krassen Fehlprognosen gelte es mehr denn je, "durch eine umfassende Vertrauensbildung, insbesondere bei Privatanlegern und in der breiten Öffentlichkeit", die Funktionsfähigkeit des Marktes zu sichern. Die Neuerungen müssen allerdings noch von der DVFA- Mitgliedsversammlung abgesegnet werden. Die DVFA hat nach eigenen Angaben mehr als 1300 Mitglieder, etwa 80 Prozent aller Analysten. (APA/dpa)

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