Musiktheater Linz: ÖVP positioniert sich sehr offen - FPÖ grenzt Lösungswege ein

15. Mai 2001, 09:52
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Ein "Nein" der ÖVP zu einem reinen Umbau - FPÖ könnte sich nach Volksentscheidung mit Zu- oder Umbau arrangieren

Linz - In der Diskussion um den Neubau eines Musiktheaters in Linz hat die ÖVP Oberösterreichs am Montag in einer Landesparteikonferenz ihre Route fest gelegen. Man sei für alle Standorte offen, ausgenommen die Variante eines reinen Umbaus des bestehenden Landestheaters.

Nach dem mehrheitlichen Nein bei der Volksbefragung zum "Theater im Berg" hatte die oberösterreichische Landesregierung beschlossen, die einzelnen Fraktionen sollen bis Ende Mai ihre Positionen zur weiteren Vorgangsweise fest legen. Dies tat die ÖVP nun. Grundsätzlich bekennt sich die Volkspartei zum Bau eines neuen Musiktheaters als "Teil eines zeitgemäßen Landestheaters". Man sei dabei "offen für alle Standort-Varianten". Lediglich einen reinen Umbau des bestehenden Landestheaters an der Promenade lehnt die ÖVP ab, "weil dies keine zukunftsweisende Lösung darstellen würde".

FPÖ: Keine neue Standortdiskussion

In einer Reaktion auf die von der ÖVP vorgelegte Marschroute in der Musiktheater-Frage erklärte die FPÖ am Montagnachmittag für sie komme eine neuerliche Diskussion über diverse Standorte für einen Musiktheater-Neubau nicht in Frage. Die Volksentscheidung sei in diesem Punkt eindeutig gewesen, erklärte FP-Landesobmann Landesrat Hans Achatz.

Die ÖVP kann sich allerdings auch einen "Neu-, Zu- und Umbau" am derzeitigen Theaterstandort, ebenso wie die Errichtung eines "ganz neuen Theaterviertels im Bereich des alten Theatergevierts" an der Promenade vorstellen. Offen sei man aber auch für die Variante, die den Bau eines neuen Musiktheaters am Jahrmarktsgelände in Urfahr vorsieht. Auch über andere Standorte, vor allem an der Donau, sei die ÖVP gesprächsbereit.

Die Freiheitlichen attestieren der Variante "Zu- oder Umbau" des derzeitigen Theaters einen "guten Ansatz". "Uns liegt die Lösung der Probleme am Landestheater am Herzen", so Achatz. "Oberösterreich hat sich ein leistungsfähiges und funktionierendes Theater, das auch über die nötige Infrastruktur verfügt, verdient. Dabei ist aber mit Maß und Ziel vorzugehen".

ÖVP: Eine rasche Lösung

Grundsätzlich tritt die ÖVP für eine rasche Standortwahl, Planung und Realisierung des Musiktheaterprojekts ein, die Entscheidung solle nicht "mit billiger Taktiererei über den Wahltermin 2003 hinausgezögert" werden. Man erwarte sich auch eine Mitfinanzierung des Bundes, wie es bei ähnlichen Projekten in anderen Landeshauptstädten und Ländern üblich sei. Ebenso erwarte man sich die Mitfinanzierung durch die Stadt Linz im bisher vereinbarten Ausmaß.

Konsens gewünscht - aber nicht um jeden Preis

Die ÖVP strebe einen Konsens aller oberösterreichischen Parteien in der Musiktheater-Frage an, "weil es für eine so wichtige Investition für die Zukunft des Landes gut wäre, wenn nach den Ereignissen rund um die Volksbefragung eine von allen getragene Lösung Platz greifen könnte". Für "Einigkeit um jeden Preis" sei man aber nicht zu haben, "eine schlechte Kompromiss-Lösung in Form eines reinen Umbaus des alten Landestheaters" werde die ÖVP nicht akzeptieren, betonte Landeshauptmann Josef Pühringer.

(APA)

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