Deutscher Hooligan gestand im Nivel-Prozess Gewaltaten

15. Mai 2001, 15:02
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Den Polizisten will er jedoch nicht fast tot getreten haben

Saint-Omer - Im Prozess um den Angriff auf einen Gendarmen in Frankreich hat der deutsche Hooligan Markus W. Gewalttaten gegen Beamte zugegeben. Zur direkten Beteiligung an dem brutalen Angriff auf den seither schwer behinderten Daniel Nivel am 21. Juni 1998 bei der Fußballweltmeisterschaft in Lens gab es jedoch am Montag eine entlastende Aussage.

Es sei nicht Warnecke gewesen, der mit einer Holzlatte auf den am Boden liegenden Beamten eingeschlagen habe, sagte ein Zeuge des Angriffs vor dem Schwurgericht im nordfranzösischen Saint-Omer. Der Täter habe kurze braune Hosen getragen und sei - im Gegensatz zu Warnecke - nicht tätowiert gewesen.

Fast tot geprügelt

Nach Vorführung eines Amateur-Vidos gestand der 30-jährige Angeklagte aus Hannover, einen Sessel gegen Polizeibeamte geworfen zu haben. Warnecke soll nach der Anklage zu einer Gruppe von Hooligan gehört haben, die den damals 43 Jahre alten Daniel Nivel fast tot geprügelt hatte. Der Beamte lag nach dem Angriff sechs Wochen lang im Koma und hat durch die Kopfverletzungen unheilbare Behinderungen davon getragen.

Warnecke drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft. Er war etwa eine halbe Stunde nach der Tat festgenommen worden. Bei ihm wurden zwei Promille Alkohol im Blut festgestellt. Seitdem saß er in Loos bei Lille in Untersuchungshaft. Vier weitere Hooligans waren im Fall Nivel bereits im November 1999 in Essen zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und zehn Jahren verurteilt worden. (APA)

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