Schnell-Test für Brustkrebs-Erkennung entwickelt

15. Mai 2001, 16:36
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Identifizierung der Gene, die für ein erhöhtes Risiko verantwortlich sind

Philadelphia - Forscher des Jefferson Medical College haben einen einfachen, billigen und schnellen Test für die Identifizierung der Gene entwickelt, die bei Frauen für ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko verantwortlich sind. Beschädigten Versionen der Gene BRCA1 oder BRCA2 können das Risiko einer erblich bedingten Erkrankung lebenslang um bis zu 80 Prozent steigern. Bis jetzt konnte das Vorhandensein von BRCA-Mutationen nur durch einen kosten- und zeitintensiven genetischen Test nachgewiesen werden.

Wird die Entwicklung des Tests erfolgreich abgeschlossen, kann dieser Test in Zukunft jene Brustkrebs-Patientinnen identifizieren, die sich dem genetischen Test unterziehen müssen. Der leitende Wissenschaftler Bruce Turner betonte, dass die gewonnenen Informationen zusätzlich zu verbesserten Behandlungsmöglichkeiten beitragen können. So könne bei Patientinnen mit Mutationen eine Brustentfernung größere Erfolgsaussichten haben. Bei 118 überprüften Patientinnen ergab der genetische Test in 22 Fällen Mutationen. Bei der Anwendung des neuen Tests zeigten 21 Proben das erwartete Ergebnis.

Für den Test kommt mit einem monoklonalen Antikörper ein spezielles Protein zum Einsatz, das Beschädigungen am BRCA1 feststellt. Dabei dient der Antikörper als gelenktes Geschoss, das direkt auf die vom Gen hergestellten Proteine abzielt. Findet der Antikörper keine derartigen Proteine, dürfte das Gen beschädigt sein oder überhaupt fehlen. In diesem Fall sollte ein genetischer Test durchgeführt werden. Betroffen sind jährlich fünf bis zehn Prozent der Brustkrebs-Patientinnen. Bei den meisten dieser 10.000 bis 20.000 Frauen werden derartige Tests derzeit nicht durchgeführt. (pte/red)

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