Neue Behandlung gegen Prostata-Krebs

17. Mai 2001, 20:26
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Die Früherkenntnis ist der Schlüssel zu einer höheren Überlebensrate

London - Eine internationale Studie zur medikamentösen Behandlung von Prostata-Krebs im frühen Stadium ist laut Forscher erfolgreich abgeschlossen worden. Die klinische Untersuchung erbrachte den Nachweis, dass der Wirkstoff Bicalutamid das Fortschreiten der Erkrankung signifikant reduzierte. Neben einer zusätzlichen Behandlung wie Radiotherapie zeigten Patienten mit einer einmal täglichen Einnahme ein um 42 Prozent vermindertes Risiko gegenüber Patienten mit einer herkömmlichen Behandlung, wie BBC berichtet.

21.000 Prostata-Erkrankte pro Jahr in Großbritannien

Die Studie verlief über einen Zeitraum von drei Jahren und inkludierte mehr als 8.000 Männer des Early Prostate Cancer Programmes. "Die vorläufigen Ergebnisse sind ermutigend", erklärte David Dearnley vom Institute of Cancer Research . Durch eine frühe Diagnose von Prostata-Krebs könnte es zu einer vollständigen Heilung kommen. Allein in Großbritannien erkranken jährlich rund 21.000 Männer an Prostata-Krebs, mehr als 10.000 sterben an der Krankheit. "Die Prostataforschung hinkt der Brustkrebsdiagnose zehn Jahre hinterher. Die Früherkenntnis ist der Schlüssel zu einer höheren Überlebensrate", erklärte Ian Banks, Mitglied des British Medical Association Councils. Bisher galt Prostata-Krebs als eine altersbedingte Erkrankung. Eine kürzlich abgeschlossene Studie zeigte allerdings, dass sich die Zahl der jüngeren Tumorpatienten häuft.

Bicalutamid ist bereits unter dem Handelsnamen Casodex erhältlich und zeichnet sich durch seine geringen Nebenwirkungen aus. Nebenwirkungen anderer Präparate sind Impotenz, Osteoporose und kardiovaskuläre Komplikationen. Die positiven Studienergebnisse werden heute, Montag, auf dem Treffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in San Francisco vorgestellt. (pte/red)

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