Jetzt in die Emerging Markets einsteigen

14. Mai 2001, 14:47
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Baring Asset Management: Maastricht-Kriterien für Ungarn, Polen und Tschechien "in erreichbarer Nähe"

Wien - Die aktuellen historischen Tiefstände der Wachstumsmärkte bieten einen optimalen Zeitpunkt für Neueinstiege. Davon gibt sich Klaus Bockstaller von Baring Asset Management bei einem Investment-Seminar seiner Gesellschaft am Montag in Wien überzeugt. "Denn wenn die Kurzfristzinssätze im Fallen begriffen und und die Wachstumserwartungen auf dem Tiefstand sind, steht der Beginn einer Hausse an den Emerging Markets kurz bevor", untermauert er seine Einschätzung.

Mit der landläufigen Meinung, wonach Emerging Markets bloß "Warrants" (Optionsscheine, Anm.) auf die Weltkonjunktur seien, stimmt Bockstaller nur begrenzt überein. Denn das Marktumfeld sei auf Grund der Stützung durch nachhaltiges Wachstum, durch Reformen und Umstrukturierungen sowie durch ein attraktives Bewertungsniveau günstiger für Emerging Markets. Das nachhaltige Wachstum in diesen Märkten erklärt er in Zeiten struktureller Abschwächung der globalen Wirtschaft mit der Sättigung der Märkte. "Diese führt auf Grund des erhöhten Kostendrucks bei steigendem Wettbewerb tendenziell zu Produktionsverlagerungen in Emerging Markets", so Bockstaller.

Besondere Aufmerksamkeit schenkt der Baring-Experte den Wachstumsmärkten Zentraleuropa und Russland. Von Vorteil für die zentraleuropäischen Märkte sei der breite politische Konsens in der Region für einen Betritt zur Europäischen Union. Dadurch würden wichtige politische Ziele von externen Organisationen vorgegeben, wie es bei den Konvergenzkriterien von Maastricht der Fall sei.

Starken Wirtschaftswachstum

Das Erreichen dieser Ziele sei für Ungarn, Polen und Tschechien bereits in greifbarer Nähe, meint Bockstaller, der mit einem EU-Beitritt dieser Länder im Jahr 2007 rechnet. Das Kriterium der Gesamtverschuldung sei bereits erreicht, und die Probleme mit dem Haushaltsdefizit und der Inflation ergäben sich aus dem starken Wirtschaftswachstum. Dieses fordere starke staatliche Investitionen in die Infrastruktur und schüre die Inflation, erklärt Bockstaller.

Auch Russland stünde eine starke Erholung nach der Krise bevor. "Wenn wir über Russland sprechen, müssen wir auch über Reformen reden", so Burgstaller. Der russische Präsident Wladimir Putin habe jedoch die Notwendigkeit einer stabilen Wirtschaftsordnung erkannt. Das lasse steigende Investitionen und einen Rückgang der Kapitalflucht erwarten. Als sehr positiv für Russland und dessen starke Ölindustrie wertet Bockstaller den hohen Ölpreis. Dem Budgetentwurf 2001 für einen ausgeglichenen Haushalt Russlands liege ein durchschnittlicher Ölpreis von bloß 22,5 US-Dollar pro Barrel zu Grunde. "Sollte jedoch der Ölpreis unter 18 Dollar fallen, würden die Investitionen erheblich reduziert werden", unterstreicht Bockstaller auch drohende Risiken. Der Preis für den OPEC-Crude-Basket wurde vergangenen Freitag bei 25,99 Dollar pro Barrel festgestellt. (APA)

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