US-Auszeichnung für steirische AMS

14. Mai 2001, 14:07
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Nischenprodukte boomen: Bauteil für PC-Bildschirm in Brille

Graz - Der steirische Hersteller von Mikrochips, Austria Mikro Systems International AG in Unterpremstätten in Graz, wurde kürzlich in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada ausgezeichnet. Im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) wurde AMS für seine Mitentwicklung der sogenannten "e-Shades"- ein PC-Bildschirm in einer Sonnenbrille - der CES Innovation Award für das weltweit innovativste elektronische Produkt verliehen.

AMS konstruiert dabei für das Silicon Valley-Unternehmen InViso die Steuerungschips für das LCD-Display der "e-Shades". Diese sehen aus wie eine Sonnenbrille und sind mittels Kabel an einem Laptop anschließbar. Vor dem Auge des Benützers erscheint dann ein Computer-Bildschirm. Der Anwender kann dabei ohne neugierige Blicke seines Sitznachbarn - wie etwa bei einer Konferenz oder in einem Verkehrsmittel - arbeiten. Laut dem Nachrichtenmagazin "profil" hat der japanische Elektronikkonzern Sony ein ähnliches Produkt auf dem Markt. Dieses erlaubt aber während des Arbeitens keinen Blick über den Brillenrand.

Erfolgreich mit spezialisierten Nischenprodukten

AMS versuchte sich in den vergangenen Jahren als Hersteller von spezialisierten Nischenprodukten zu etablieren. Zuletzt reüssierte der steirische Elektronikhersteller mit einem Chip, der bei Stromzählern Verwendung findet und in Europa in Geräten von Siemens/Landis & Gyr eingebaut wird. Der Chip ermöglicht es dem Benützer, günstigere Strombezugszeiten festzustellen und so billiger Strom über "Bonustarife" zu beziehen. Dies funktioniert auch bei anderen Messsystemen wie Gas- und Wasserzählern.

In den Vereinigten Staaten wird der Chip derzeit in Philadelphia flächendeckend eingeführt. Ferner werden nach einem Bericht der "Salzburger Nachrichten" in Unterpremstätten extrem kälteunempfindliche Chips für meteorologische Heißluftballone hergestellt.

Umsatzplus

Im Geschäftsjahr 2000 erhöhte sich der Umsatz des steirischen Chipherstellers um 37,3 Prozent von 87,9 Mill. Euro auf 120,7 Mill. Euro (1,66 Mrd. S), womit AMS deutlich stärker wuchs als der gesamte Halbleitermarkt. Die Ergebnisentwicklung drehte nach mittlerweile bereinigten Problemen mit früheren Konzerntöchtern wieder deutlich ins Plus. Nach vorläufigen Zahlen vervielfachte sich das EGT und erreichte 7,5 Mill. Euro (103 Mill. S), nachdem 1999 nur 0,9 Mill. Euro zu Buche standen.

Für 2001 erwartet AMS-Chef Hans-Jörg Kaltenbrunner ein Wachstum um die 30 Prozent, während der Halbleitermarkt um rund zehn Prozent zulegen wird. Bis zum Jahr 2004 soll dann eine Umsatzverdoppelung gelingen. Der Ausbau der Produktionskapazität am Standort verläuft plangemäß. (APA)

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