Neue Sukzessionsverhandlungen zwischen jugoslawischen Nachfolgestaaten

14. Mai 2001, 14:44
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Petritsch hofft auf Kompromisslösung

Wien - In Wien hat am Montag eine neue Runde der Sukzessionsverhandlungen der Nachfolgestaaten Jugoslawiens begonnen. Vertreter der fünf Staaten werden zwei Wochen lang über die Verteilung des Eigentums des ehemaligen gemeinsamen Staates diskutieren und verhandeln. Der internationale Bosnien-Beauftragte, Wolfgang Petritsch, äußerte in seiner Eröffnungsrede die Hoffnung, dass ein Kompromiss gefunden werden könne und dass man sich einem endgültigen Abkommen zumindest annähern werde.

Vertreter der Bundesrepublik Jugoslawien, Kroatiens, Sloweniens, Bosnien-Herzegowinas und Mazedoniens werden zwei Wochen lang hinter verschlossenen Türen über die Verteilung des beweglichen und unbeweglichen, zivilen und militärischen Eigentums des ehemaligen Jugoslawien verhandeln. Bei den bisherigen Verhandlungen, die schon einige Jahre andauern, konnte nur eine prinzipielle Einigung erzielt werden. Im vergangenen Monat wurde in Brüssel die Aufteilung des in der Basler Bank deponierten Vermögens nach einem vom Internationalen Währungsfond erstellten Verteilungsschlüssel vereinbart.

Petritsch: Kein Staat könne als Sieger hervorgehen

Gerade auf dieser Einigung müsse man bei der Verhandlungsrunde in Wien aufbauen, betonte Petritsch. Dieser "exzellente Fortschritt" müsse ein Signal an alle Menschen in Südosteuropa sein, dass "regionale Kooperation, nicht blutiger Krieg, Stabilität und Prosperität sichern werden". Petritsch unterstrich die Wichtigkeit eines Kompromisses und erklärte, dass kein Staat aus den Sukzessionsverhandlungen als "Sieger" in allen Bereichen hervorgehen könnte. Durch Kompromiss und Verhandlungen könne man aber die ex-jugoslawischen Staaten näher an Europa heran führen.

Kriege, wirtschaftliche, soziale und politische Tumulte wären für die neuen Staaten in Südosteuropa auf dem Weg nach Europa große Hindernisse gewesen. Aber Slowenien und Kroatien seien schon auf einem guten Weg. Und Petritsch zeigte sich optimistisch, dass auch die anderen Staaten des ehemaligen Jugoslawien diesen Weg einschlagen werden. Es sei auch im Interesse aller, Stabilität in dieser Region zu schaffen, bekräftigte der internationale Bosnien-Beauftragte.

Der "Spezial-Verhandler" für Sukzessionsfragen, der britische Diplomat Arthur Watts, betonte in seiner Stellungnahme vor Journalisten, dass eine Aufteilung des Vermögens des ehemaligen Jugoslawien nur durch ein Abkommen fixiert werden könne. Watts äußerte auch die Hoffnung, dass in Wien sogar eine endgültige Vereinbarung getroffen werden könnte. (APA)

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