SJ-Chef Kollross nach Soldaten-Kritik im Schussfeld

14. Mai 2001, 13:52
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ÖVP und FPÖ empört über seine Aussage zum Tucholsky-Zitat

Wien - Ins Schussfeld der Kritik ist der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend, Andreas Kollross, nach einer Kritik an Soldaten geraten. Der Ausspruch Kurt Tucholskys "Soldaten sind Mörder" habe an Aktualität nichts verloren, hatte Kollross bereits am Freitag erklärt. Die Wehrsprecher von ÖVP und FPÖ, Walter Murauer und Wolfgang Jung, zeigten sich am Montag empört und forderten SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer auf, sich dazu zu äußern. Auch SPÖ-Wehrsprecher Anton Gaal kritisierte seinen Parteifreund.

Murauer sagte: "Unsere Soldaten haben in den zurückliegenden Jahrzehnten unschätzbare Leistungen für die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung erbracht. Wer sie als 'Mörder' diffamiert hat von Demokratie und Rechtsstaat überhaupt nichts verstanden und stellt sich eindeutig außerhalb des Konsenses, auf dem die Republik Österreich aufgebaut ist."

Beleidigung zahlreicher Österreicher

Jung meinte, durch die Aussagen des SJ-Chefs würden "nicht nur alle Berufssoldaten, sondern auch hunderttausende Österreicher beleidigt, die ihren Dienst für diesen Staat geleistet haben oder jetzt an der Grenze oder im Ausland leisten. Solche letztklassige Sager können nicht mit der Profilierungssucht eines dummen Jungfunktionärs entschuldigt werden."

Gaal bezeichnete die Aussage von Kollross als "unüberlegt und unverständlich". Das Bundesheer "steht auf dem Boden der Verfassung. Die Leute, die dort ihren Dienst tun, leisten für Frieden, Freiheit und Demokratie einen wichtigen Beitrag." (APA)

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