Tirol fast durch, LASK fast unten, Bregenz gerettet

17. Mai 2001, 19:17
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Sturm fiel endgültig aus dem Titelrennen und muss noch UEFA-Rang drei absichern

Wien - Roland Kirchler brachte es nach dem 2:1 in Linz gegen den LASK auf den Punkt: "Schlagen wir nächsten Samstag Sturm, dann kann uns keiner mehr den Titel nehmen." Der FC Tirol steht zwei Runden vor Saisonschluss in der max.Bundesliga praktisch vor seinem neunten Meistertitel. Mit dem Erfolg beim Tabellennachzügler parierten die Innsbrucker am Abend den Angriff des SK Rapid vom Nachmittag, als die Wiener in der Südstadt gegen den VfB Admira/Wacker Mödling ein 2:0 vorgelegt und damit den Rückstand in der Tabelle vorübergehend von vier auf einen Punkt reduziert hatten.

Sturm ohne Chance

Die 34. Runde brachte neben Vorentscheidungen auch schon Endgültiges. Seit dem 12. Mai steht fest, dass der SK Sturm auch theoretisch nicht mehr Meister werden kann. Vastic und Co leisteten sich im 106. Grazer Stadtderby eine allerdings etwas unglückliche 0:1-Niederlage gegen den GAK, der mit seinem 36. Sieg in der Gesamtbilanz mit dem Rivalen wieder gleich zog. "Dritte werden wir trotzdem", ließ sich Ivica Osim eine für ihn etwas ungewöhnliche präzise Prognose entlocken. Der dritte Platz berechtigt bekanntlich zur Teilnahme am UEFA-Cup.

Der Vorsprung der Sturm-Elf auf den viertplatzierten GAK beträgt nur noch drei Punkte, allerdings weisen die "Blackies" eine um zehn Treffer bessere Tordifferenz auf. Nach Innsbruck trifft Sturm in der Schlussrunde daheim auf Rapid, der GAK empfängt die Austria und gastiert in Salzburg.

Wütende Austria-Fans

Die Chancen der Wiener Violetten (minus vier Punkte) sind nur noch rein theoretischer Natur. Vor allem auch deshalb, weil die Mannschaft, die zum Saisonausklang den FC Tirol in Wien zum Gegner hat, nicht nur auf dem Spielfeld eine traurige Vorstellung nach der anderen abliefert, was die frustrierten Fans auf einem Transparent mit den Worten "Wir lassen uns nicht verarschen" drastisch kommentierten.

Als jüngstes Beispiel mag das 1:1 gegen die allerdings zuletzt recht erfolgreichen Bregenzer (elf Punkte in fünf Spielen) herhalten. Dieses Remis im Zusammenhang mit dem 1:2 des LASK bedeutet, dass Vorarlberg auch in der nächsten Saison in der Bundesliga vertreten sein wird, der Absteiger nur noch Admira oder LASK heißen kann. Mit den für die Linzer allerdings weit schlechteren Karten, weisen sie doch vier Punkte Rückstand auf die Niederösterreicher auf. "Ich wünsche mir nur, dass nach dieser Runde der Abstand gleich bleibt", hatte Hans Krankl gehofft. Die Hoffnung wurde Wirklichkeit.

LASK kämpft weiter

Beide Abstiegskandidaten haben übrigens noch die gleichen Gegner zu bekämpfen. Die Mödlinger müssen nach Bregenz und empfangen Ried, der LASK gastiert in Ried und trifft in Linz auf Bregenz. "So lange wir noch rechnerisch eine Chance haben, geben wir nicht auf", betonte LASK-Trainer Janos Kondert, dessen Mannschaft auf fremde Hilfe aber massiv angewiesen ist. Es spricht daher auch einiges dafür, dass der LASK nach sieben Jahren Oberhaus den bitteren Weg in die zweite Leistungsstufe antreten muss.

Vieles spricht aber auch dafür, dass für den SK Rapid zum 22. Mal in der Geschichte des österreichischen Fußballsports nur der zweite Rang bleibt. Seinen bisher 30. und letzten Titel hat der Rekord-Champion vor fünf Jahren geschafft.

Tirol einen Schritt weiter

"Die Tiroler sind durch das 2:1 in Linz dem Titel wieder einen Schritt näher gekommen, aber entschieden ist noch nichts. Die Osim-Elf wird alles daran setzen, um in Innsbruck zu punkten. In der Schlussrunde spielen wir in Graz, in dieser Saison haben wir gegen Sturm einschließlich Cup noch nicht verloren", machte sich Rapid-Trainer Ernst Dokupil noch etwas Mut. Admira-Coach Hans Krankl war aber von seiner einstigen Elf ganz und gar nicht besonders beeindruckt, im Gegenteil. "So eine schwache Rapid werden wir nicht wieder bekommen", sagte er.

Wieder etwas über das Ziel hinaus schoss Kurt Jara mit seinen lautstark geäußerten Überlegungen, ob "das nicht gesteuert ist und was sich ein Wiener Schiedsrichter dabei denkt". Seiner Meinung nach hätte Referee Wolfgang Sowa vor der Pause zu viele Linzer Fouls ("Klopfen und Halten") durchgehen lassen, seinen Torjäger Gilewicz im Finish quasi zu Unrecht mit Gelb-Rot vom Feld geschickt. und viel zu lange nachspielen lassen." Nach dem Cupspiel am Mittwoch in Wien hatte Ernst Dokupil seinerseits die Tiroler einer recht unfairen Gangart beschuldigt.

Die von Dokupil wie Kondert zunächst heftig heftig kritisierte und nicht geahndete Abseitsposition von Roland Kirchler vor dem Siegestor in Linz, wurde allerdings im TV relativiert. Denn der Ball für Kirchler war - was zunächst nicht eindeutig ersichtlich war - offensichtlich von Kiesenebner gekommen.(APA)

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