Beckenbauer: "Bayern wäre ein verdienter Meister"

18. Mai 2001, 12:34
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Noch vor wenigen Wochen war der Kaiser anderer Meinung

München - Franz Beckenbauer hat angesichts der blendenden Perspektiven des FC Bayern München auf ein triumphales Saison-Finale eine extreme Kehrtwende vollzogen. "Eines ist klar: Wer am Ende vorne steht, hat den Titel auch verdient", schrieb der Bayern-Präsident am Montag in seiner "Bild"-Kolumne und revidierte damit seine erst vor drei Wochen in derselben Zeitung geäußerte Ansicht, dass seine Mannschaft in diesem Jahr den Titel "nicht verdient" habe. "Damit wollte ich meine Verärgerung ausdrücken", rechtfertigte der "Kaiser" im Nachhinein seine damalige Feststellung.

Vor den beiden Endspielen am kommenden Samstag in Hamburg um die deutsche Meisterschaft und vier Tage später in Mailand gegen den FC Valencia um die Champions-League-Krone stellte Beckenbauer seine ganz persönliche Theorie für das mögliche "Double" auf. "Wenn wir den Titel holen, holen wir auch den Pott", prophezeite der 55-Jährige. Das Bundesligaspiel beim HSV, in dem den Bayern am Samstag schon ein Remis zum 17. Meistertitel genügen würde, bezeichnete er als "eine wichtige Etappe" auf dem Weg nach Mailand: "Wenn wir in der Bundesliga mit leeren Händen da stehen, dann wird's schwer gegen Valencia."

Die jeweils zwei Siege gegen Manchester United und Real Madrid haben der Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld nach Ansicht von Beckenbauer "einen besonderen Kick" gegeben. Grundsätzlich zeichne Bayern-Mannschaften seit 1965 eine gemeinsame Eigenschaft aus. "Der Wille zum Erfolg ist in unseren Mannschaften ungebrochen. Und das setzt sich von Generation zu Generation fort", urteilte der "Kaiser". Vor dieser Zeit galten die Bayern nämlich eher als launische Schönwetterfußballer. (APA/dpa)

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