Athen kündigt baldige Beilegung des Namensstreits mit Skopje an

14. Mai 2001, 13:17
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Griechisches Außenamt: Einigung über "geografische Realität"

Athen - Für die griechische Regierung sind alle Voraussetzungen erfüllt, um den Namensstreit mit Skopje unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen beizulegen. Athen gehe davon aus, dass eine "für alle annehmbare Lösung" erreicht werden könne, "die die geografische Realität ausdrückt", sagte der griechische Außenamtssprecher Panos Beglitis am Montag.

Athen hatte die von Skopje beanspruchte Staatsbezeichnung "Republik Mazedonien" vehement abgelehnt, weil daraus nach griechischem Verständnis "expansionistische Bestrebungen" abgeleitet werden könnten. In die Vereinten Nationen wurde die ehemalige jugoslawische Teilrepublik 1993 unter der provisorischen Bezeichnung FYROM ("Former Yugoslav Republic of Macedonia") aufgenommen.

Die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit in Skopje und die von den albanischen Parteien mit Unterstützung der EU geforderte Verfassungsrevision wären eine geeignete Gelegenheit, auch den Namensstreit definitiv zu beenden, sagte Beglitis.

Wird aus FYROM "Ober-Mazedonien"?

Nach griechischen Presseberichten sollen sich Athen und Skopje auf den Namen "Gornamakedonija" (Ober-Mazedonien) geeinigt haben. Dazu hätten die USA und die EU wesentlich beigetragen. Griechenland hatte 1994 gegen das nördliche Nachbarland eine Wirtschaftsblockade verhängt, die aufgehoben wurde, nachdem Athen und Skopje 1995 in einem Interimsabkommen vereinbarten, dass die frühere jugoslawische Teilrepublik ihr Staatsemblem ändert. Athen hatte die Normalisierung unter anderem davon abhängig gemacht, dass Skopje aufhört, die sechzehnstrahlige goldene "Vergina-Sonne", das antike dynastische Emblem von Alexander dem Großen, als Staatssymbol zu führen. (APA)

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