Surfen in der Telefonzelle

14. Mai 2001, 13:15
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Derzeit an zwei Wiener Standorten möglich - Sieben weitere Multimedia-Telefonzellen geplant

Die Telekom Austria (TA) rüstet ihre Telefonzellen für das Internetzeitalter auf. An zwei Wiener Standorten, am Schwedenplatz (Ecke Laurenzerberg) und auf der Mariahilferstraße 77 (Ecke Amerlingstraße), kann in einer TA-Telefonzelle mittels Münzen (Schilling und Euro) oder Kreditkarte ab sofort auch im Internet gesurft werden. Auch Chatten und E-Mails-Versenden sei möglich, teilte das Unternehmen am Montag mit. Weitere sieben solcher sogenannten "Multimedia-Telefonzellen" sollen in Wien und Umgebung in Kürze folgen. In der ersten Ausbaustufe investiere die TA rund 5 Mill. S in die Aufrüstung der Telefonzellen.

Auch Bildtelefonie möglich

Das Surfen im Internet sowie das Versenden von E-Mails koste 1 S pro Minute. Das Verschicken von SMS-Kurznachrichten koste 1,5 S pro Minute. Ab 3 S könnten Telefonate mit Audio- und gleichzeitiger Videoübertragung ("Bild-Telefonie") geführt werden. Der Mindesteinwurf ist je nach in Anspruch genommenen Dienst unterschiedlich, für das Internet-Surfen müssen beispielsweise mindestens 10 S eingeworfen werden. Um mit der Kreditkarte bezahlen zu können, müsse im Internet die Kreditkarten-Nummer - in einzelnen Fällen auch Namen und Ablaufdatum - eingegeben werden.

Per ADSL

Eine ADSL/ISDN-Internet-Anbindung mit 512 kbit Downstream ermögliche beispielsweise Live-Übertragungen von Sportaktivitäten in Bild und Ton im Internet, hieß es. Eine integrierte Webcam mache Live-Videotelefonübertragungen zwischen den einzelnen MultimediaStations möglich. Auch die Aufnahme von digitalen Portraitfotos, die via E-Mail verschickt werden können, sei möglich.

Parkpickerl bestellen

Auch das Parkpickerl könne künftig von der Straße weg im Internet beantragt werden, so die TA. Als Auftragsbestätigung diene ein Ausdruck des ausgefüllten Formulars, der vom in der MultimediaStation integrierten Drucker angefertigt werde.

Inklusive Spracherkennung

Die MultimediaStation funktioniere auch auf Zuruf. Eine Voice Search-Engine ermöglicht es, dass eine Spracheingabe automatisch auf Schlüsselwörter hin analysiert werde und entsprechend verfügbare Seiten sofort angezeigt würden. So führe beispielsweise die gesprochene Aufforderung "Ich möchte ein Hotelzimmer in Wien buchen" automatisch zu den Seiten des Contentpartners Nethotels, der auf Wunsch eine Hotelreservierung abwickle.

Weiterer Ausbau geplant

Die weiteren geplanten Standorte für Multimedia-Telefonzellen sind das Schottentor (vor der Hauptuniversität), der Stephansplatz (Ecke Singerstraße), der Südbahnhof, der Westbahnhof, das Donauzentrum (Übergang Donauplexx) sowie der Flughafen Schwechat. (APA)

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