Volksbanken planen Bankenkäufe in Slowakei, Kroatien, Rumänien

14. Mai 2001, 13:35
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Konzern-Ergebnis erstmals über einer Milliarde

Wien - Die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG), Wien, plant mehrere Bankenakquisitionen in Ost- bzw. Südosteuropa. Vorstandschef Klaus Thalhammer nannte am Montag bei der Bilanzpressekonferenz aktuelle Beteiligungspläne für die Slowakei (Istrobanka), Kroatien (Croatia Bank) und Rumänien (Volksbanken). Eine Neugründung, nicht aber einen Bankkauf, überlegt sich das österreichische Volksbanken-Spitzeninstitut in Südpolen.

Fast 3 Mrd. S in die ÖVAG-Kassen fließen lassen wird heuer eine Kapitalerhöhung um Nominale 741 Mill. S (53,9 Mill. Euro), die in der Hauptversammlung (HV) am kommenden Donnerstag beschlossen werden soll. Gezeichnet werden soll das frische Kapital Anfang Oktober. Bisher beträgt das Grundkapital der ÖVAG 2,63 Mrd. S.

Aufstocken wird in der ÖVAG die Victoria-Versicherungsgruppe von derzeit 6,2 auf 10 Prozent. Diese 10 Prozent werden dann mit den Aktien der Volksbanken (derzeit 59,6 Prozent) syndiziert. An der ÖVAG ist auch die deutsche DG Bank mit 25 Prozent und einer Aktie sowie die RZB (6,1 Prozent) beteiligt.

Eigene Plattform

Seit 1999 wurden Beteiligungen an ÖVAG-Auslandsoperationen in den Reformstaaten an eine "VBB International Holding" übertragen. Damit existiert für die Ostaktivitäten eine eigene Plattform, damit sollen sich künftig auch ausländische Volksbankenschwestern, die sich bisher vornehmlich in Einzeltöchter vor Ort einkauften, an der Holding beteiligen.

Die ÖVAG-HV am Donnerstag soll für das Geschäftsjahr 2000 - laut Thalhammer das beste in der Gesichte der Bank - eine unveränderte Dividende von 8 Prozent (6 Prozent plus 2 Prozent Bonus) beschließen. Außerdem steht der Abschluss der Zusammenlegung des Bankgeschäfts in Wien an. Dazu gliedert die ÖVAG ihr Wiener Filialgeschäft in eine neue AG aus, in die auch die Volksbank Wien und Klosterneuburg ihren Filialbetrieb einbringt. Es geht um zusammen 35 Wien-Filialen. Josef Fehrer, bisher Vorstandschef der Volksbank Wien, wird dann Vorstand der ÖVAG.

Betriebsergebnis im Konzern um 18,8 Prozent höher

Der ÖVAG-Konzern hat im Geschäftsjahr 2000 mit seinem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) erstmals die Milliardengrenze überschritten. Das Konzern-EGT lag mit 1,224 Mrd. S (89 Mill. Euro) um 36,3 Prozent über dem Wert von 1999. Die Konzern-Bilanzsumme lag zum Ultimo 2000 bei 219,6 Mrd. S, das war ein Zuwachs von 12,4 Prozent. Das Betriebsergebnis war mit 1,842 Mrd. S um 18,8 Prozent höher als ein Jahr davor.

Zum Konzernbetriebsergebnis steuerte 2000 die ÖVAG 34,6 Prozent bei, 18,4 Prozent stammten von den Auslandsoperationen der Bank, 15,3 Prozent brachten der "Teilkonzern" Nieder-Hypo und knapp 10 Prozent die inländischen Banken, der Rest entfiel auf andere Finanzinstitutionen wie das Leasing. Der Auslandsanteil am Betriebsgewinn soll sukzessive steigen, auch 2001. Von der Konzernbilanzsumme entfielen zuletzt 48 Prozent auf die ÖVAG. (APA)

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