Der letzte Theatervorhang für Maximilian Schell

14. Mai 2001, 11:47
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"Heute war mein letzter Tag als Schauspieler auf der Bühne"

New York - 40 Jahre nach seinem Durchbruch zum Weltruhm mit dem Hollywood-Film "Das Urteil von Nürnberg" hat Maximilian Schell mit der Neuaufführung des Justizdramas am Broadway einen seiner größten Theatererfolge erlebt. Mit tosendem Beifall dankte das Publikum am Sonntagabend dem aus Österreich stammenden Schweizer Star und dem gesamten Ensemble, bevor im Longacre Theater - nach nur zwei Monaten und damit früher als geplant - der letzte Vorhang für das legendäre Werk des Drehbuchautors Abby Mann fiel.

Bühnenstück war ein Wagnis

Trotz des großen Namens Maximilian Schell - für den "Nürnberg"- Film hatte er 1961 den Oscar als bester Hauptdarsteller bekommen -, war es ein Wagnis, einen so ernsten Stoff am Broadway zu inszenieren. Dass damit kein Geld zu verdienen war, wusste der engagierte Produzent Tony Randall vorher.

Bei der Abschiedsparty im Star-Treffpunkt "Sardi's" trauten viele ihren Ohren nicht, als Schell eher beiläufig sagte: "Heute war mein letzter Tag als Schauspieler auf der Bühne." Völlig überraschend kam das jedoch nicht. Schon vorher hatte der 70-Jährige einigen Freunden und Kollegen anvertraut, dass er sich am liebsten gänzlich auf seine Regiearbeit und andere neue Vorhaben konzentrieren würde.

Der Rastlose und sein "Lohengrin"

Schon seit Tagen steht in der Suite des Rastlosen vor dem Panoramafenster, das Modell einer Opernbühne. Richard Wagners "Lohengrin" ist Schells nächstes großes Projekt. Kent Nagano wird die Aufführung dirigieren, bei der Schell die Regie führt. Zusammen gebracht hat die beiden Placido Domingo, der als neuer Intendant der Oper von Los Angeles große Pläne hat.(APA/dpa)

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