Aids: Nur 41 Prozent wissen, was ein Kondom ist

15. Mai 2001, 11:56
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Virus machte zwölf Millionen Kinder in Afrika zu Waisen

Bangkok/Genf - Jugendliche in Ostasien sind erschreckend schlecht über Aids informiert. 60 Prozent der Neun-bis 13-Jährigen und ein Viertel der 14- bis 17-Jährigen gaben in einer vom UN-Kinderhilfswerk Unicef organisierten Befragung an, "absolut nichts" über HIV zu wissen oder "nur den Namen" zu kennen. Die Angaben stammen von 10.000 Kindern und Teenagern aus 17 Ländern in Ostasien und dem pazifischen Raum.

Nur 41 Prozent wissen, was ein Kondom ist

Mehr als zwei Drittel der 14-bis 17-Jährigen führen zwar ungeschützten Geschlechtsverkehr als Hauptursache für die Übertragung des Virus an, doch nur 41 Prozent wissen, was ein Kondom ist. In Ostasien sind etwa 2,4 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Neuinfektionen in Zukunft dramatisch erhöhen wird.

Die Studie müsse die Alarmglocken läuten lassen, meinte sinngemäß Mehr Khan, Direktorin des Unicef-Regionalbüros in Ostasien. "Wenn diese Region nicht das gleiche Schicksal wie Afrika erleiden will, dann müssen wir sofort handeln."

Viele Kinder verlieren die Verwandten, die sie aufgenommen haben

Auf dem afrikanischen Kontinent südlich der Sahara verloren bereits mehr als zwölf Millionen Kinder ihre Eltern durch Aids. Nach einem am Montag veröffentlichten Bericht der britischen Hilfsorganisation "Christian Aid" wird die Zahl der Aids-Waisen auf dem Kontinent bis zum Jahr 2010 auf 43 Millionen steigen. Viele Kinder verlieren durch die Immunschwächekrankheit später auch die Verwandten, die sie nach dem Tod ihrer Eltern aufgenommen haben.

Im vergangenen Jahr sind zwei Millionen Menschen in Afrika an der Immunschwächekrankheit gestorben. 25,3 Millionen Menschen lebten mit dem Virus. Das Leben in den Dörfern stirbt aus, lokale Wirtschaftszweige verenden", heißt es in dem britischen Bericht.

Der Kampf gegen Aids und Hilfe für Erkrankte ist auch eines der Hauptthemen der Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die am Montag in Genf begann. Österreich wird durch Staatssekretär Reinhart Waneck (FP) vertreten. Auch auf dem Programm steht die Ausmerzung der Kinderlähmung: Im Jahr 2000 wurden noch rund 3500 Krankheitsfälle gezählt. (APA/dpa)

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