Tiroler Rettungsmannschaft bei Bergung eines Toten von Lawine bedroht

14. Mai 2001, 16:52
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23-jähriger Deutscher stürzte unangeseilt 300 Meter in den Tod

Innsbruck - Weil am Sonntag ein 23-jähriger Skitourengeher aus Garmisch-Partenkirchen (Bayern) unangeseilt unterwegs war, ist er trotz Steigeisen über die Südwand des Kleinglockners auf dem bereits aufgeweichten Schnee ausgerutscht und 300 Meter in den Tod gestürzt. Die anschließende Bergung des Verunglückten gestaltete sich äußerst schwierig, da die Rettungsmannschaft durch mehrere Nachlawinen gefährdet wurden, teilte die Gendarmerie mit.

Gegen 5.30 Uhr stieg der Elektriker gemeinsam mit seiner Freundin sowie einer weiteren Bekannten mit den Skiern von der "Stüdlhütte", Gemeindegebiet Kals (Bezirk Lienz), über das Könditzkees in Richtung Gipfel des Großglockners auf. Wegen des großen Andrangs am Gipfel entschloss sich die Gruppe, am Kleinglockner die Umkehr anzutreten. Kurz nach 11.15 Uhr stiegen sie in Richtung Sattele ab.

Der Wintersportler versuchte noch, sich im weichen Schnee zu halten, um einen Fall in die Tiefe zu vermeiden. Wegen der Steilheit des Geländes konnte er dies jedoch nicht mehr verhindern. Sich mehrmals überschlagend stürzte der Mann über steiles, schroffes Gelände ab. In einer Seehöhe von rund 3.300 Metern kam er im Bereich des Bergschrundes zu liegen. Der Notarzt des "Christophorus 7" konnte nur noch den Tod des Deutschen feststellen. Die Bergretter konnten die Leiche mittels eines 20 Meter Taues bergen. Als Todesursache wurden schwerste Kopf- und Brustverletzungen diagnostiziert.

Erst am Samstag war ein 47-jähriger Steirer beim Aufstieg auf den Großglockner 150 Meter über eine Firnflanke abgestürzt. Grund dafür dürfte ein losgelöstes Steigeisen gewesen sein. Der Mann hat den Unfall mit schweren Verletzungen überlebt. (APA)

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