Hollywood-Rebell Dennis Hopper wird 65

14. Mai 2001, 22:25
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"Easy Rider" machte ihn - für kurze Zeit - zum Größten - Hopper-Ausstellung im Wiener MAK ab 30. Mai

New York - Vor 32 Jahren gelang Dennis Hopper eine Hollywood-Sensation: Mit einem Budget von weniger als einer halben Million Dollar drehte er "Easy Rider". In Fransenjacke und mit Harley Davidson übernahm er die Hauptrolle. "Easy Rider" wurde zum Kultfilm, spielte mehr als 50 Millionen Dollar Gewinn ein, und Dennis Hopper war für eine kurze Zeit der Größte: "Er ist der heißeste Regisseur Hollywoods", schrieb das Magazin "Life" damals. Doch dann kam der Absturz: Misserfolge, Drogen, Alkohol. Erst Mitte der 80er fasste sich Hopper wieder. Am Donnerstag (17. Mai) wird der Schauspieler, Regisseur, Autor und Fotograf 65 Jahre alt.

Hopper hatte schon früh ein schwieriges Verhältnis zu Hollywood. Er spielte an der Seite von James Dean in "Denn sie wissen nicht was sie tun", und in "Giganten". Der frühe Tod James Deans 1955 war seine erste persönliche Tragödie. In Hollywood heißt es, Hopper habe den rebellischen Geist von Dean absorbiert, aber nicht seinen Charme. Schon 1958 galt er als "unkontrollierbar". Er hatte sich mit Regisseur Henry Hathaway während der Dreharbeiten zu "Schieß zurück Cowboy" erbittert über die Interpretation seiner Rolle gestritten.

Nach diesem Debakel ging er nach New York, übernahm Fernseh- und Theaterrollen und begann, für die Zeitschrift "Vogue" zu fotografieren. Seit den 50er Jahren hat er, beeinflusst von den Pop-Art-Künstlern Kaliforniens, auch gemalt. Diese künstlerische Seite Hoppers kann man von 30. Mai bis 7. Oktober in der Ausstellung "Dennis Hopper - A System of Moments" im Museum für Angewandte Kunst (MAK) in Wien sehen.

1969 hatte er zwar mit "Easy Rider" triumphiert, doch sein zweites Filmprojekt, "The Last Movie", wurde in den Vereinigten Staaten zum Desaster. Der Film entstand in Peru und bekam 1971 beim Filmfestival in Venedig den Goldenen Löwen. Die Studio-Chefs an der amerikanischen Westküste aber konnten nichts damit anfangen. Hopper sollte den Film umschneiden und er verschwand nach zwei Wochen Spielzeit in nur drei Kinos von der Bildfläche.

Der Regisseur zog nach Taos (New Mexiko) und arbeitete an seiner Drogenkarriere: Kokain, Alkohol. Dennoch spielte der Rebell weiter - weit weg von Hollywood. Er trat in vielen Nebenrollen auf, spielte in "Mad Dog" in Australien und in Deutschland in Wim Wenders "Der Amerikanische Freund". Mitte der 80er Jahre entschloss er sich zum Drogenentzug. Sein Comeback als Schauspieler gelang ihm in David Lynchs "Blue Velvet". 1988 saß er auch wieder auf dem Regiestuhl für "Colors - Farben der Gewalt", ein Thriller über Straßengangs in Los Angeles. 1995 spielte er zusammen mit Kevin Costner in "Waterworld".

Hopper hat mehr als 100 Filme gedreht, mehr als vierzig allein seit 1990. In einem Interview sagte er einmal: "Ich warte nicht mehr darauf, dass mir die Superrolle angeboten wird, ich arbeite einfach. Ich sehe zu, dass ich immer zu tun habe, weil ich liebe, was ich tue." (APA/dpa)

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