Hersteller sollen künftig Elektroschrott entsorgen

14. Mai 2001, 13:31
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EU-Richtlinie sieht umweltfreundliche Entsorgung vor

Straßburg - Nach Altautos sollen künftig auch Elektrogeräte wie Computer, Waschmaschinen, Radios oder Rasierapparate in der Europäischen Union von den Herstellern kostenlos entsorgt werden. Das sieht ein Richtlinienentwurf vor, über den das Europaparlament am Dienstag in erster Lesung debattiert. Künftig soll damit sicher gestellt werden, dass Elektroschrott nicht mehr in den normalen Hausmüll gerät, sondern getrennt entsorgt wird.

Priorität wird dabei der Wiederverwendung und dem Recycling eingeräumt. Die Richtlinie soll nach Angaben des Umweltausschusses für alle privat und gewerblich genutzten Elektro- und Elektronikgeräte gelten. Angesichts der rapide wachsenden Berge an Elektroschrott sei eine solche Regelung "überfällig", sagt ein Sprecher.

Sechs Millionen Tonnen pro Jahr

Mehr als sechs Millionen Tonnen Elektronikschrott fallen nach der Brüsseler Kommission zufolge jährlich in der EU an. Da die Lebensdauer der Geräte immer kürzer wird, wächst dieser Müllberg rapide - jährlich um rund fünf Prozent. Noch landen die meisten Altgeräte auf Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen. Giftige Bestandteile wie Blei, Cadmium und Quecksilber werden meist nicht gesondert entsorgt, was erhebliche Umweltbelastungen mit sich bringt.

Die geplante Richtlinie sieht eine umweltfreundliche Entsorgung der Altgeräte vor. Finanziert werden muss dies von den Herstellern; diese sollen die Kosten in die Preise "einbinden". Schätzungen zufolge dürften die Preise dadurch um ein bis drei Prozent in die Höhe getrieben werden. Die Verbraucher sollen ausreichend über Sammelstellen informiert werden. Mit Anreizen wie einem Pfandsystem sollen sie dazu gebracht werden, diese Möglichkeit auch zu nutzen. Für Hersteller, die gegen die Richtlinie verstoßen, fordert der Umweltausschuss "abschreckende" Strafen. (APA)

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