"Wahlnacht des Chaos"

14. Mai 2001, 10:32
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"Skandalöse" Organisation - Stundenlanges Warten

Die Wahlen waren von Chaos gekennzeichnet. Nach der "Wahlnacht des Chaos", wie die Tageszeitung "Corriere della sera" titelt, werden die Vorwürfe und Rücktrittsaufforderungen gegen Innenminister Enzo Bianco immer lauter.

"Skandalös" und "unglaublich"

Als "skandalös" und "unglaublich" wird die Organisation der Wahlen bezeichnet: Menschen, die in kilometerlangen Warteschlangen stundenlang darauf warten, ihre Wahlstimme abzugeben. Aufgrund Sparmaßnahmen gab es heuer 30 Prozent weniger Wahllokale als bei der letzten Parlamentswahl. Ein weiterer Grund für die Verzögerungen war auch die Häufung mehrerer Wahlen auf einen Termin. In Tumulten äußerte sich der Unmut einiger ItalienerInnen. In Neapel mußte ein Wahllokal nach dem Ärger von WählerInnen, die die Wahlurnen umstürzten, geschlossen werden.

Viele sind nach langem Warten wieder weg und haben nach zwei bis drei neuen Versuchen aufgegeben, berichtet RAI UNO. "Als Italiener habe ich das Recht zu wählen, ich verstehe nicht, warum ich es nicht ausüben kann", beklagt sich ein junger Mann. Die letzte Stimmabgabe erfolgte um 4 Uhr früh in einem kleinen Dorf in Reggio Emilia.

Von Caroline Ausserer
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