Italienisches Mitte-Rechts-Lager feiert Comeback

14. Mai 2001, 08:33
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"Eine Demokratie besteht aus Siegen und Niederlagen"

Rom - Das italienische Mitte-Rechts-Lager begann in der Nacht von Sonntag auf Montag mit den Feiern für den Wahlerfolg von Silvio Berlusconi, der sich laut Exit Polls anbahnt. Berlusconis Vertrauensmann Claudio Scajola sprach von einem "epochalen Sieg": "Die Italiener haben massiv gegen die Mitte-Links-Regierung gewählt." Er äußerte die Hoffnung, dass die wichtigsten Verbündeten der Mitte-Rechts-Allianz - die rechts-populistische Lega Nord und das katholische CCD (Christdemokratisches Zentrum) sowie die Christdemokratische Union (CDU) - die Vier-Prozent-Hürde überwinden und den Einzug ins Parlament schaffen werden. Vor allem bei Bossis Lega Nord ist dies aber laut Exit Polls unwahrscheinlich.

Der ehemalige Außenminister Antonio Martino, außenpolitischer Experte von Berlusconis liberalkonservativer Partei Forza Italia, erklärte sich überzeugt, dass Berlusconi eine stabile Regierung garantieren werde, sollte die Mitte-Rechts-Allianz tatsächlich sowohl in der Abgeordnetenkammer als auch im Senat die Mehrheit der Sitze erhalten. Der Fraktionschef von Forza Italia im Senat, Enrico La Loggia, sagte, die Mitte-Rechts-Allianz werde die italienischen Wähler nicht enttäuschen, "die massiv für die Erneuerung gewählt haben".

Berlusconis Sprecher Paolo Bonaiuti, der in der Wahlnacht ständig telefonisch mit Berlusconi in Verbindung steht, sagte, der Oppositionschef sei "ruhig und heiter". Berlusconi warte auf das definitive Wahlergebnis in seiner Villa in Macherio bei Mailand. Er hatte am Sonntag Nachmittag in seiner Heimatstadt Mailand gewählt.

Spitzenvertreter der Mitte-Links-Koalition weigerten sich vorerst, die Exit Polls zu kommentieren. Einzige war Ausnahme der italienische Agrarminister Alfonso Pecoraro Scanio, Vertreter der Grünen. "Eine Demokratie besteht aus Siegen und Niederlagen. Wir müssen nun die definitiven Ergebnissen abwarten. Die Bemühungen der Regierungskoalition, Berlusconis Vorsprung aufzuholen, sind nicht belohnt worden", so Pecoraro Scanio. (APA)

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