Fischler plant Pauschalen für Bauern

13. Mai 2001, 21:01
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Jedem EU-Landwirt 35.000 Schilling jährlich

Hamburg - EU-Agrarkommissar Franz Fischler will die fällige Reform der Landwirtschaft durch Einbürokratisierung ankurbeln. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" will Fischler jedem EU-Landwirt eine Pauschale von 35.178 Schilling (2.556 Euro) jährlich anbieten, wenn dieser im Gegenzug keine Flächen- oder Viehprämien mehr beantragt und sich zudem etwa zu mehr Landschaftspflege verpflichtet. Die Preishilfen für seine Produkte würde der Landwirt weiterhin erhalten.

Der Plan kommt der deutschen Vision von einer Agrarwende hin zur ökologischen Landwirtschaft entgegen, weil die Pauschale, eine Art- Bauern-Gehalt, besonders kleinen und extensiv wirtschaftenden Bauern zugute käme. Bereits jetzt würden zwei Drittel aller Agrarbetriebe in der EU von dem vereinfachten 5000-Mark-Förderschema profitieren. Sie erhalten heute schon Leistungen bis zu dieser Höhe, müssen sie jedoch über unzählige Einzelanträge anfordern. Die Pauschale würde so die Agrarpolitik radikal entbürokratisieren.

Nichts für die Agrarfabriken

Fischlers Plan greift jedoch nicht bei den großen Agrarfabriken. Für sie wäre eine 35.000-Schilling-Pauschale nicht rentabel, weshalb die Massenproduzenten weiterhin die klassischen Zuschüsse vorziehen würden. Darum will Fischler auch diese mengenbezogenen Subventionen generell limitieren, so dass sämtliche Öko- und Landschaftspflegestandards eingehalten werden.

Über den streng vertraulichen Reformplan soll spätestens nächsten Jahres in Kommission und Agrarministerrat abgestimmt werden: Dann werden die bis 2006 vereinbarten Agrarausgaben der EU, mit 46 Prozent des Gesamtbudgets bei weitem der größte Posten im EU-Etat, einer Zwischenrevision unterzogen. (APA/dpa)

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