Ähnliche Vorgänge bei Aids und BSE

13. Mai 2001, 20:42
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Prionen verhalten sich den Viren vergleichbar

Innsbruck - Auf eine interessante Parallelität verweisen Wissenschaftler der Universität Innsbruck: Im Zuge eines Forschungsprojektes sei man auf ähnliche Vorgänge bei Aids und Prionen, die als Auslöser der Rinderseuche BSE gelten, gestoßen. Demnach verhalten sich Prionen ähnlich wie HI-Viren, die sich mit Eiweißen (auch "Komplement-Faktoren" genannt) aus dem Blut "beladen" und sich dann auf Bindungsstellen Follikular-dendritischer Zellen (FDC) ablagern, erklärte der Vorstand des Hygiene-Instiutes Univ.-Prof. Manfred Dierich.

Durch den Einsatz von speziellen Antikörpern sei es den Innsbrucker Forschern erstmals in dem Projekt gelungen, das Ablagern eines mit Eiweiß angereicherten HI-Virus auf den FD-Zellen zu verhindern. Aber auch ein dort bereits abgelagertes Virus könnte dadurch wieder von dieser Stelle heruntergelöst werden.

Da das Virus aber auch andere Zellen (wie etwa die T-Lymphozyten) "ungewöhnlich gut" infizieren könne, sei man daher "höchst interessiert", es "von da wieder wegzubekommen", erklärte Dierich. In weiterer Folge sei durch das Einsetzen der Antikörper "vielleicht" auch das Ablagern von Prionen und anderer Partikel auf so genannten "Ankerplätzen" zu verhindern, erklärte Dierich.

Herunterheben möglich

Diese Erkenntnisse basieren auf durchgeführte Versuche zweier Wissenschaftler des Hygiene-Institutes, Laco Kacani und Heribert Stöber. Dafür seien einem mit dem HI-Virus infizierten Menschen die Mandeln entnommen worden. Auf den Oberflächen der in Scheiben geschnittenen Tonsillen habe man das Virus eindeutig "hängen gesehen". Diese Stücke seien anschließend mit den Antikörper versehen worden. "Dadurch konnte gezeigt werden, dass das Virus heruntergehoben werden kann", erklärte Dierich.

Nun sollen "Wege" gefunden werden, um diesen Vorgang am Tier und schließlich auch beim Menschen anwenden zu können. Dies gestalte sich vorerst deshalb schwierig, da die Antikörper injiziert werden müssten und dadurch nicht unmittelbar an die "richtige Stelle" gelangen. Darüber hinaus müsse das Virus "wieder aus den infizierten Lymphknoten" gelangen. In "etwa fünf bis sieben Jahren" könne dieser Vorgang in die Praxis umgesetzt werden, betonte Dierich. (APA)

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