Türkisches Parlament billigt Privatisierung der Telekom

13. Mai 2001, 20:03
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Weitere Auflage für IWF-Kredit erfüllt

Das türkische Parlament hat am Samstag mit einem Gesetz zur Privatisierung des staatlichen Telekommunikations-Konzerns Turk Telekom eine weitere Reform verabschiedet, um vom Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Kredit in Höhe von 10 Mrd. US-Dollar (11,40 Mrd. Euro/157 Mrd. S) zu erhalten.

Das Parlament war eigens zu einer Sondersitzung zusammengekommen, da Wirtschaftsminister Kemal Dervis das Gesetz noch vor der nächsten IWF-Tagung am 15. Mai unter Dach und Fach haben wollte. Heftig bekämpft worden war die Telekom-Privatisierung von der Partei der Nationalen Bewegung (MHP), die der Koalition von Ministerpräsident Bülent Ecevit angehört. Das Gesetz lässt offen, wie und bis wann Turk Telekom privatisiert werden soll. Es begrenzt den Erwerb fremder Investoren aber auf 45 Prozent.

Nach der Bankenreform hat das Parlament in Ankara damit eine zweite Auflage des IWF zur Reform von Wirtschaft und Finanzen erfüllt. Der Währungsfonds hatte sich bereits zuvor zufrieden mit den Fortschritten der Türkei bei ihren Reformvorhaben gezeigt. Über den auch von der Weltbank zugesagten zusätzlichen Zehn-Milliarden-Dollar-Kredit will der IWF am kommenden Dienstag entscheiden. (APA)

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