Jörg Haider in Mailand

13. Mai 2001, 19:40
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Der Kärntner Landeshauptmann besuchte mit Frau und Töchtern eine Opernaufführung in der Mailänder Scala

Mailand - Die Italienliebe Jörg Haiders scheint nicht zu bremsen zu sein. Trotz heftiger Proteste in Venedig, trotz Massenkundgebungen mit Verletzten bei seiner römischen Christbaumreise, reist der Kärntner Landeshauptmann weiterhin nach Italien. Diesmal ist die lombardische Metropole Mailand sein Ziel. Am 13. Mai, ausgerechnet am Wahlsonntag, findet im Opernhaus "La Scala" die Premiere von Verdis Maskenball statt. Einer der musikalischen Höhepunkte der Mailänder Opernsaison. Und da am Sonntag auch Muttertag war, hat Haider seiner Frau und seinen zwei Töchtern ein Geschenk gemacht.

Top secret ging alles zu. Einzig die Geheimpolizei und die österreichischen diplomatischen Vertreter wussten von dem kulturellen Abstecher des Kärntner Landeshauptmanns. Österreichs souveräner Kulturkonsul Mario Erschen lud zum Empfang vor der Opernaufführung ein.

Die italienischen Medien waren nicht informiert. Die Gefahr, dass Haiders Verbündeter Umberto Bossi von der einst separatistischen Lega Nord sich bei der Opernaufführung in Mailand neben Haider zeigt, ist gering. Bossis Ambitionen liegen sicher nicht bei der klassischen Musik. Wahrscheinlicher ist es, dass die beiden Gesinnungsgefährten sich nach dem Wahlende treffen. Nach den Schlappen in Österreich sonnt sich der Kärntner Landeshauptmann lieber am vorausgesagten Wahlsieg der Mitte-rechts-Koalition beim südlichen Nachbarn.

(red - DER STANDARD, 14.5.2001)

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