Marriott und Hilton locken

13. Mai 2001, 19:53
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Analysten setzen wieder auf internationale Hotelaktien

New York - Weniger Hotelneubauten bei gleichzeitig steigender Nachfrage nach Hotelaufenthalten im Jahr 2002 dürften den Hoteliers zukünftig gesunde Gewinne bescheren, prognostizierte Mike Happel, Analyst bei Morgan Stanley Dean Witter. Hilton Hotels plant in diesem Jahr, "lediglich" 190 neue Hotels zu eröffnen, nach ursprünglich mindestens 200. So werden weniger Hotelzimmer zur Verfügung stehen, wenn sich die US-Wirtschaft wieder erholt. Happel setzte überdies seine Bewertung für Starwood Hotels & Resorts Worldwide und Host Marriott von "Outperform" auf "Strong Buy" hinauf.


Stark zugelegt

In den vergangenen zwölf Monaten legten die Aktien von Starwood um 34, die von Host Marriott um 42 Prozent zu.

Der Standard & Poor's 500 Hotel/Motel Index gewann im letzten Jahr 26 Prozent an Wert, während der S&P 500 Index einen Verlust von elf Prozent hinnehmen musste. Starwood ist der größte Hotelbesitzer in den USA. Das in White Plains, New York beheimatete Unternehmen besitzt und betreibt die Sheraton- und Westinhotelketten sowie die Marke W. Host Marriott, das in Bethesda, Maryland beheimatet ist. Starwood besitzt in den USA 1220 Hotels, darunter die Ketten Marriott, Hyatt und Four Seasons. Mit der zunehmenden Nachfrage nach Hotelaufenthalten sowie weniger Hotelneubauten "laufen zwei Sachen gleichzeitig zugunsten der Hotelwerte", bestätigt Dirk van Dijk, Aktienstratege bei Dean Investment Associates in Dayton, Ohio. Happel, Analyst für die Glücksspiel-und Beherbungsbranche sowie Immobilientrusts bei Morgan Stanleys, beschäftigt sich schon seit zwölf Jahren mit Hotel- und Immobilienaktien. Er empfiehlt den Investoren, nun auch in ihrem Portfolio mehr Hotelaktien zu parken. "Wir erwarten, dass Hotelaktien anziehen werden, bevor sich die Wirtschaft tatsächlich erholt", führte er in seinem Bericht aus.


Hotel-Rallye

Die letzte "Hotel-Rallye" fand von 1992 bis 1995 statt, als Hotelaktien um rund 230 Prozent zulegten. Andere Beobachter teilen Happels Ansicht, dass sich die Hotelbranche im nächsten Jahr einer stärkeren Nachfrage gegenübersehen wird. Die Hotel-Forschungsgruppe von PricewaterhouseCoopers hatte zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Monat ausgeführt, dass die Einnahmen pro verfügbares Zimmer, ein in der Hotelbranche verwendeter Maßstab zur Bestimmung der Nachfrage, im Jahr 2002 um 4,3 Prozent steigen werden, nach 2,8 Prozent in diesem Jahr. Starwood und Host Marriott hatten dieses Jahr berichtet, dass sich der Einnahmezuwachs pro verfügbares Zimmer in den kommenden Monaten verlangsamen werde, weil Unternehmen ihre Reiseausgaben verringerten. Starwood erwiderte diesen Rückgang mit einem Einstellungsstopp, während Host die Öffnungszeiten seiner Restaurants verkürzte. Happel geht davon aus, dass die Einnahmen pro verfügbares Zimmer in diesem Jahr um 1,4 Prozent steigen werden. Die Hotelbranche profitiert davon, dass weniger Baufinanzierungskredite vergeben werden, schrieb Happel. Dies helfe ihr dabei, die Konjunkturabkühlung durchzustehen.


Empfehlungen

Angesichts der Zeit, die für den Bau und die Eröffnung eines Hotels benötigt werden, "gehen wir davon aus, dass sich das Angebotswachstum mindestens drei Jahre lang nicht wieder beschleunigen wird", so Happel. Viele Baufinanzierer verschärfen ihre Kreditbedingungen, oder sie haben die Kreditvergabe an Hotelentwickler ganz eingestellt. "Was heute auf dem Baufinanzierungsmarkt passiert, wird sich auf das Angebot in zwölf bis 24 Monaten auswirken." Von den 16 Analysten, die Starwood beobachten, empfehlen nun 14 die Aktie zum Kauf. Zwölf von 13 Analysten bewerten Host Marriott mit "Kauf". (Bloomberg, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14. 5. 2001)

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