Hedy in vier Versionen

13. Mai 2001, 22:45
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"Symphonie der Liebe"/"Erotikon" im Rahmen der Machatý-Retrospektive

Dieser Film hat viele Fassungen: Gustav Machatýs "Ekstase", entstanden im Jahr 1933, war diversen Zensoren wegen seiner freizügigen Darstellung von (weiblicher) Sexualität, inklusive einiger kurzer Nacktaufnahmen, ein Dorn im Auge. Die in Wien geborene spätere Hollywood-Diva Hedy Lamarr, damals noch Hedy Kiesler, spielt die junge Eva, die in der Hochzeitsnacht feststellen muss, dass ihr älterer Angetrauter kein körperliches Interesse an ihr hat. Bald darauf begegnet sie dem jungen Ingenieur Adam, in ihm findet sie einen Partner und das Verhängnis nimmt seinen Verlauf.

Machatý erzählt diese Geschichte in lichtdurchfluteten Bildern, noch stark einer avancierten Stummfilmdramaturgie verpflichtet, als naturromantisches Melodram. Im Rahmen der Gustav Machatý-Retrospektive zeigt das Filmarchiv Austria am Montag die um rund 13 Minuten gekürzte NS-Fassung von "Ekstase" (Titel: "Symphonie der Liebe") - an den darauf folgenden Tagen stehen zum Vergleich drei weitere Versionen auf dem Programm. Um 21.00 ist außerdem der vier Jahre zuvor gedrehte Film "Erotikon" zu sehen.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14. 5. 2001)

Von
Isabella Reicher

Imperial-Kino,
Wien 1.,
Rotgasse 9,
216 13 00;

19.00
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