Studiengebühren: Sponsor gesucht

13. Mai 2001, 19:44
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Wirtschaft bastelt an Hilfsprogrammen

Graz/Leoben - Voraussichtlich noch im Mai werden den Studierenden die Erlagscheine für die Studiengebühren ins Haus flattern. Politik und Wirtschaft versuchen mit Programmen, die Auswirkungen der 5000-Schilling-Gebühr pro Semester abzufedern.

So hat das Bildungsministerium in Zusammenarbeit mit allen Banken Österreichs ein Darlehenssystem, wirksam ab dem Wintersemester 2001, ausgearbeitet. Danach wird es zinsbegünstigte Studentenkredite geben, wobei das Ministerium eine zweiprozentige Zinsstützung übernimmt.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wiederum will mit ihrem Modell einen leistungsorientierten Anreiz bieten, mehr Maturanten für ein Informationstechnik-Studium (IT) zu interessieren. Danach werden ab Oktober die ersten tausend IT-Studenten eine Einmalzahlung von 5000 Schilling erhalten. Gibt es mehr Interessenten, ist der Zeitpunkt des Eintreffens maßgeblich. Am Ende des ersten Studienjahres hat man die Chance auf weitere 5000 Schilling.

Insgesamt zehn Millionen Schilling sind veranschlagt, die durch Sponsoring aufgebracht werden sollen. Reicht das Sponsor-Aufkommen nicht, springt die WKÖ selbst ein. Weitere zehn Millionen werden zur Förderung von 2000 Diplomanden und Dissertanten in wirtschaftsnahen Studienrichtungen ausgegeben

Als erste Uni hat die Montanistik in Leoben ein Modell, den Praxis-Scheck, ausgearbeitet. Firmen stellen der Uni Schecks im Wert von jeweils 365 EURO (5022,40 Schilling) zur freien Verfügung. In einer Art Vertrag mit der Studentin, dem Studenten, kann der Sponsor sogar die Studienrichtung mitbestimmen. Derzeit verfügt die Uni Leoben über 359 Schecks - gerechnet wird mit 600. Sponsoren sind etwa die VA Stahl oder die Gösser Brauerei.

Unter dem Motto "Innsbruck die studentenfreundliche Stadt" wird ein Studentenscheck im Wert von 9000 Schilling, der unter anderem einen kostenlosen Semesterfreifahrtschein, Mensa-Essensgutscheine und eine Theaterkarte inkludiert, angeboten. Am besten haben es Studenten im Burgenland: Dort hebt das Land, Träger der beiden FH-Schulen Pinkafeld und Eisenstadt, generell keine Studiengebühren ein. (eh/DER STANDARD, Print- Ausgabe, 14. 5. 2001)

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