Blutiger Wahlkampf auf den Philippinen

13. Mai 2001, 20:22
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Manila - Der Endspurt im Wahlkampf vor den philippinischen Parlaments- und Kommunalwahlen war am Wochenende von Gewalttaten überschattet, bei denen insgesamt mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen sind. In der Nacht auf Sonntag wurden ein Parlamentsabgeordneter und sein Mitarbeiter bei einem Wahlkampfauftritt erschossen.

Die Wahl heute, Montag, gilt als wichtiger Test für Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo, die erst vor drei Monaten als Staatsoberhaupt vereidigt worden war. Tausende von Soldaten und Polizisten wurden aufgeboten, um einen ordnungsgemäßen Urnengang zu gewährleisten.

Mehr als 36,5 Millionen Bürger sind aufgerufen, 13 Senatoren, 262 Kongressabgeordnete und mehr als 17.000 regionale und kommunale Volksvertreter zu wählen. Regierung wie Opposition warfen sich gegenseitig vor, sie wollten die Wahl durch Manipulationen gewinnen. Nach Ansicht von Beobachtern braucht Macapagal Arroyo einen deutlichen Wahlsieg, um ihre Legitimität zu unterstreichen. Ihr Amtsvorgänger Joseph Estrada war am 20. Jänner in einem unblutigen Volksaufstand entmachtet worden, nachdem ihm Militär und Polizei die Unterstützung entzogen hatten.

Der inzwischen wegen illegaler Bereicherung und Korruption inhaftierte Estrada zweifelt - ungeachtet zweier Entscheidung des Obersten Gerichtshofes - nach wie vor an, dass die 54 Jahre alte Präsidentin rechtmäßig im Amt ist. Er rief seine Anhänger auf, die Wahl zu einer Protestdemonstration gegen Macapagal Arroyo zu machen. Estrada wird derzeit wegen einer fiebrigen Bronchitis und akuten Arthritis im Krankenhaus behandelt.

(AP/AFP - DER STANDARD, 14.5.2001)

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