Geheimniskrämerisch wurde Atem geraubt

21. Mai 2001, 00:46
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23 konspirative "Herr der Ringe"-Minuten für Handverlesene

In keinem offiziellen Programm taucht er auf, und ist dennoch eines der Top-Themen am Film-Festival 2001: "Der Herr der Ringe". Ganze 23 Minuten lang ist der Zusammenschnitt von Szenen der noch laufenden Dreharbeiten in Neuseeland, der einem handverlesenen Publikum vorgeführt wurde - mit der aus- wie nachdrücklichen Bitte, noch keine Kritiken über das unfertige Produkt zu schreiben.

Dazu noch eine geheimnisvolle Luxusparty am Sonntagabend in einem nahen Schloss, natürlich auch nur für Handverlesene: Die Werbeplattform Cannes wird also effektiv genutzt, obwohl weder ein einschlägiges Plakat oder ein Maskottchen hergezeigt wird.

Die 23 Minuten boten, so viel durfte weitergegeben werden, eine "nahtlose Kombinationen von spektakulärer Action mit perfektem Computerdesign, märchenhafte Landschaften, atemberaubende Innenräume und jede Menge Spannung".

Das gemeine Publikum wird freilich wie der gemeine Filmkritiker noch bis zum Start im Dezember auf Etwas-so-noch-nie-da-Gewesenes warten müssen, das einem den Atem raubt und die Spucke wegbleiben lässt.

Dann aber bitte in Massen: 270 Millionen Dollar (etwa 4,2 Mrd. S) kostet die Fantasy-Trilogie nach den Kult-Romanen des englischen Schriftstellers J.R.R. Tolkien (1892- 1973) insgesamt. Der Neuseeländer Peter Jackson dreht alle Teile gleichzeitig, in einer Salami-Taktik werden sie dann ins Kino gebracht und sich dort mit Harry Potter ein Duell liefern, wie es seit "King Kong gegen Godzilla" ("Gojira tai Mekagojira", 1974) nicht mehr da gewesen ist.
hcl auf Basis von APA/dpa

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