Erfolgreiche WM-Bilanz erfreut den Deutschen Eishockeybund

13. Mai 2001, 12:41
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Zweitbester Besuch aller Zeiten - Doch wo war Schröder?

Hannover - Ausverkaufte Hallen, volle Kassen und fantastische Fans - die 65. Eishockey-Weltmeisterschaft hat das deutsche Eishockey wieder salonfähig gemacht. "Die WM war eine große Show auf dem Eis in einer tollen Atmosphäre und mit deutschen Fans, die Weltklasse sind. Durch den Besuch von Wayne Gretzky und die Teilnahme von fast 100 NHL-Spielern ist das Turnier enorm aufgewertet worden," zog Präsident Rene Fasel vom Weltverband (IIHF) über die am Sonntag zu Ende gehende Titeljagd eine positive Bilanz.

Die über 400 000 Zuschauern bei den 56 Spielen in Köln, Hannover und Nürnberg übertrafen alle Erwartungen. "Das Interesse an dieser WM war gigantisch", stellte Franz Reindl, Generalsekretär des WM-Organisationskomitees, zufrieden fest. Mit der enormen Publikumsresonanz setzte sich die fünfte WM auf deutschem Boden in der Zuschauer-Rangliste hinter den Titelkämpfen 1997 in Finnland (526 000) auf den zweiten Platz.

Pannen und fette Einnahmen

Aber es war nicht alles Gold, was glänzte. Die Kartenpanne beim Zwischenrundenspiel Deutschland gegen Italien, als völlig überraschend 3000 Plätze in der Preussag-Arena in Hannover leer blieben, und andere Probleme führte Fasel darauf zurück, "dass die WM in drei Städten stattfand. Man brauchte viel Personal, das sich um den Ablauf kümmerte. Das erhöhte die Anfälligkeit.

Die große Zugnummer war die deutsche Nationalmannschaft, die erst im Viertelfinale von Finnland gestoppt wurde. "Die Erfolge des Heimteams haben der WM gut getan", meinte Fasel. Enttäuscht war der Schweizer, dass die 56 Spiele mit drei Ausnahmen nur im Pay-TV zu verfolgen war. Das Eishockey in Deutschland habe keinen hohen Stellenwert gehabt: "1999 in Norwegen kam König Harald zu den Spielen, im Vorjahr war Putin in St. Petersburg, aber wo war Schröder?"

Für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) haben die eine Million Schweizer Franken Ausrichtergebühr an die IIHF reichlich Zinsen gebracht. Mit dem vorsichtig auf zwei Millionen Mark (14 Millionen Schilling) taxierten DEB-Gewinn sei die Nachwuchsförderung auf Jahre hinaus gesichert, sagte Reindl. Als unbezahlbar wertete DEB-Präsident Rainer Gossmann den Imagegewinn für das deutsche Eishockey. "Wir haben eine Wende erreicht, sind mit dem Nationalteam auf dem richtigen Weg, und im Nachwuchsbereich können wir aufbauen, was Jahre lang vernachlässigt wurde", betonte Gossmann. (APA/dpa)

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