Entschädigung für Concorde-Opfer perfekt

15. Mai 2001, 12:41
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Summe "zwischen amerikanischem und europäischem Niveau"

Paris/Köln - Knapp zehn Monate nach dem Absturz der französischen Concorde bei Paris ist die Entschädigung für die meisten Opfer-Familien perfekt. Am Montag bestätigten auch die Versicherer der Fluggesellschaft Air France die Einigung mit den Angehörigen der Opfer über das Schmerzensgeld. Über die Summe wurde Stillschweigen vereinbart. Schätzungen gehen bis zu 2,1 Milliarden Schilling. Bei dem Absturz des Überschallflugzeugs waren am 25. Juli des vergangenen Jahres 113 Menschen ums Leben gekommen, davon 97 Deutsche.

Es sei eine Gesamt-Vereinbarung mit den 700 Angehörigen von 92 Passagieren getroffen worden, sagte Anwalt Fernand Garnault. "Die Summe bewegt sich zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Entschädigungs-Niveau", sagte der französische Anwalt.

Es handle sich um ein "in dieser Größenordnung für deutsche Verhältnisse bislang einzigartiges Ergebnis", berichtete der Mönchengladbacher Rechtsanwalt Christof Wellens. Er vertrat bei den achtmonatigen Verhandlungen 150 Angehörige. "Es ist das erste Mal in Deutschland, dass für seelische Schäden Ersatzleistungen in diesem Umfang gezahlt werden", unterstrich auch sein Anwaltskollege, der frühere deutsche Innenminister Gerhart Baum, in Köln. Der Berliner Opferanwalt Sven Leistikow verhandelt unterdessen für seine Klienten weiter mit der Air France. Er hofft für seine Mandanten auf eine Einigung noch in diesem Monat. Eine Summe wollte auch er nicht nennen.

Schätzungen, die die Gesamtsumme auf 220 bis 300 Millionen Mark beziffern, wollte Wellens "weder bestätigen noch dementieren". Es sei "für jeden Angehörigen ein individuelles Ergebnis ausgehandelt worden", sagte er. Das Angebot, das man schließlich akzeptiert habe, sei "sehr großzügig". Mit einer Auszahlung wird bereits im Juni 2001 gerechnet.

Die Überschall-Jets sollen möglicherweise noch in diesem Jahr

wieder zu Linienflügen starten. Die Flugzeuge der Air France und der British Airways waren nach dem Unglück im vergangenen Jahr mit einem Flugverbot belegt worden. (APA/dpa)

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