Südserbien: Albaner feuerten über 100 Granaten ab

13. Mai 2001, 07:24
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Nach Vereinbarung über Demilitarisierung

Bujanovac/Presevo - Die albanischen Nationalisten in Südserbien haben nach jugoslawischen Armeeangaben am Samstag mehr als 100 Granaten auf Stellungen von Regierungstruppen abgefeuert. Die Geschosse seien auf Dörfer nördlich von Presevo abgegeben worden, sagte ein Armeesprecher am Samstagabend. Die Regierungstruppen hätten das Feuer nicht erwidert.

Nach Angaben eines Vertreters einer internationalen Organisation wurde bei den Kämpfen im Ort Oraovica ein Kind getötet und ein weiteres verletzt. Demnach waren Kämpfer der albanischen "Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac" (UCPMB) am Freitag im außerhalb der Sicherheitszone gelegenen Oraovica einmarschiert und hatten das von Albanern bewohnte Dorf besetzt. Ein jugoslawischer Militärsprecher bestätigte jedoch lediglich, dass ein albanisches Mädchen verletzt worden sei.

Oraovica liegt nahe der Sicherheitszone zwischen dem Kosovo und Südserbien. Sie war nach der NATO-Bombardierung im Juni 1999 eingerichtet worden, um Zusammenstöße der KFOR mit den Truppen des damaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic zu verhindern. Albanische Rebellen haben die entmilitarisierte Zone in den vergangenen Monaten teilweise eingenommen und besetzt. Sie wollen, dass das hauptsächlich von Albanern bewohnte Gebiet dem Kosovo zugeschlagen wird.

Am Freitag hatten Vertreter der albanischen Rebellen und die Regierung in Belgrad ein Abkommen unterzeichnet, wonach sich die albanischen Rebellen und die serbischen Sicherheitskräfte aus Dörfern nahe Bujanovac zurückziehen sollten. Die Demilitarisierung soll Mitte Mai beginnen. (APA)

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