Straßenbau führt nicht aus der Verkehrshölle

12. Mai 2001, 19:30
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Eine Studie errechnet doppelt so lange Fahrzeiten in den US-Städten seit 1981

Washington - Gegen Verkehrsüberlastung helfen auch zusätzliche Straßen nichts. Dies ergab eine Mobilitätsstudie des US-Surface Transportation Policy Projects (STPP). In den größten amerikanischen Städten dauern Rushhours bereits mehr als drei Stunden. Reisezeiten haben sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt, wie eine Auswertung der Daten des Texas Transportation Institute (TTI) zeigte.

Ein Grund dafür ist unter anderem, dass mehr Straßen zusätzlich Verkehr forcieren. "Wird eine Straße erweitert, wählen diese auch mehr Autofahrer. Dies, indem sie entweder von anderen Routen abweichen oder zusätzliche Fahrten unternehmen", so STPP-Direktor James Corless. Um dies zu verifizieren, wurde vom STPP ein so genannter Verkehrslasten-Index entwickelt. Dieser zeigt, wie sich Verkehrsüberlastung und Durchgangsverkehr auf Pendler in 68 Städten auswirken. Kalifornische Pendler stecken demnach länger im Stau und haben gegenüber anderen Regionen die wenigsten Alternativen, diesem zu entgehen. In Los Angeles fahren täglich rund 5,2 Mio. Menschen zur Arbeit, nur 761.000 davon wählen andere Transportmöglichkeiten als das Auto. Auf Platz zwei und drei folgen die Städte San Francisco und San Diego.

Gebiete in der Nähe von U-Bahnen, wo in den letzten zehn Jahren die meisten Straßen gebaut wurden, sind nicht weniger von Staus betroffen. Viele Amerikaner weichen daher auf öffentliche Verkehrsmittel aus. So ist in den letzen Jahren deren Nutzung um 21 Prozent gestiegen, während sich der Anteil der Autofahrer nur um elf Prozent erhöht hat. "Menschen suchen gerade zu Stoßzeiten im Verkehr nach Alternativen. Dadurch nehmen andere Transportmöglichkeiten wie Busse, Fahrräder, U-Bahnen zu", erklärte Roy Kienitz, Geschäftsführer der STPP. In Los Angeles sucht die Metropolitan Transportation Authority (MTA) nun neue Wege, um Verkehrsstaus zu vermeiden. In den letzten acht Jahren stellte diese rund 62 Mio. Dollar für 94 Radweg-Projekte in Los Angeles zur Verfügung. Radfahrer können Metro und Züge kostenlos benutzen. (pte)

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