20jährige Arbeit mündet in Erstellung einer Europa-Karte der Vegetation

14. Mai 2001, 14:06
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Das Übersichtswerk im Maßstab von 1:10 Millionen wird auch ins Netz gestellt

Vilm - Eine Europakarte gibt Auskunft über die Vegetation auf dem Kontinent. Das in 20-jähriger Zusammenarbeit von Geobotanikern aus 31 europäischen Ländern erarbeitete Werk wurde in der Naturschutzakademie auf der Insel Vilm vorgestellt. Eine Übersichtskarte im Maßstab von 1:10 Millionen ist demnächst auf der Internet-Seite des Bundesamtes für Naturschutz Deutschland zu sehen.

Die geografische Differenzierung sei einmalig, sagte Udo Bohn, Projektverantwortlicher vom Bundesamt für Naturschutz, der die gute Kooperation über Ländergrenzen hinweg betonte. Im Maßstab 1:2,5 Mio. zeigt die etwa zwei Meter mal zwei Meter große Karte alle Pflanzengesellschaften zwischen Portugal und dem Kaukasus, Island und Griechenland. Aufgelistet sind unter anderem Nadelwälder und Moorregionen, Steppen und Tundren. Die Regionen werden außerdem nach Feuchtestufen und Nährstoffgehalt ihrer Böden gegliedert.

Ein derart genaues Übersichtswerk habe es selbst für einzelne europäische Länder vorher nicht gegeben, sagte Bohn. So seien die Karten der Russen erstaunlich gut gewesen, die über Irland, Dänemark, Frankreich oder England hingegen sehr unvollständig. Selbst Deutschland hatte Nachholbedarf, wie Bohn bemerkte.

Die aktuelle Europakarte soll als Arbeitsmittel beispielsweise für den Umweltschutz und die Forstwirtschaft dienen. Anhand der Angaben ist ein genauer Überblick über besonders schutzbedürftige Vegetationsräume oder von Zerstörung bedrohte alte Kulturlandschaften möglich, unterstrich Bohn. Die Übersicht werde jetzt in den deutschen Nationalatlas übernommen. (pte)

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