Tschechien fixierte den dritten WM-Titel in Folge in der Verlängerung

14. Mai 2001, 14:35
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Finnland gab einen 2:0 Vorsprung nach zwei Dritteln noch aus der Hand

Hannover - Tschechien wurde bei der 65. Eishockey-WM in Deutschland zum dritten Mal in Folge Weltmeister und läutete damit eine neue Ära ein. Im Finale besiegten die Tschechen Finnland nach einem 0:2- Rückstand noch mit 3:2 nach Verlängerung.

Die Tschechen erzwangen den Sieg mit einem tollen Finish. Zwei Drittel lang waren die Finnen die stärkere Mannschaft gewesen. Juha Lind erzielte in der 18. Minute das 1:0. Lind hatte zuvor als einziger finnischer Stürmer bei der WM nie getroffen. Seinem Treffer war ein Abseits vorausgegangen. In der 39. Minute erhöhte WM-Topscorer Juha Ylonen im Powerplay sogar auf 2:0. Unmittelbar zuvor hatten die Tschechen während 86 Sekunden in doppelter Überzahl nicht reüssiert.

Aber von diesen Tiefschlägen ließen sich die Tschechen nicht unterkriegen. Im Schlussabschnitt machten die "Puck-Zauberer" gewaltig Druck und kamen durch Martin Prochazka (45.) und in der 55. Minute durch Jiri Dopita zum 2:2-Ausgleich. Auch ein Timeout von Finnlands Coach Hannu Aravirta brachte "Suomi" nicht mehr auf die Siegerstraße zurück. Den "Goldtreffer" erzielte David Moravec in der elften Minute der Verlängerung. Er wurde als "wertvollster Spieler" (MVP) der WM ausgezeichnet.

Seit 1996 in Finalspielen immer gewonnen

Die Tschechen setzen damit eine fast unglaubliche Serie fort. Seit 1996 haben sie bei jeder WM eine Medaille gewonnen, aber nie Silber. Die entscheidenden Partien um Gold oder Bronze haben die Tschechen immer gewonnen. Dank dem WM-Titel wird Tschechien nächstes Jahr bei den Titelkämpfen 2002 in Schweden gemeinsam mit Deutschland, Japan und der Schweiz in der Vorrundengruppe spielen.

Bittere Tränen gab es auf Seiten der Verlierer. Finnland hatte vielleicht noch nie eine so starke Nationalmannschaft wie bei dieser WM. Aber wie vor zwei Jahren in Norwegen, als sie in der Best-of-2-Finalserie mehr Tore erzielten als die Tschechen, am Ende aber ebenfalls in der Verlängerung verloren, scheiterten sie ganz knapp. Torhüter Pasi Nurminen hätte zum Helden werden können. Im Viertelfinale, Halbfinale und im Finale bis zur 45. Minute kassierte er nur zwei Gegentore. Bei Dopitas Ausgleich in der 55. Minute sah er allerdings nicht gut aus und lenkte den Puck, der daneben gegangen wäre, ins eigene Netz. (APA/SIZ)

Finale der 65. Eishockey-WM:

Tschechien - Finnland 3:2 nach Verlängerung (0:1,0:1,2:0/1:0) Hannover, Ulf Radbjer (SWE), 10.513 (ausverkauft)
Tore: Prochazka (45.), Dopita (55.), Moravec (10:38 in der Verlängerung) bzw. Lind (18.), Ylonen (39./PP). Strafminuten: 16 bzw. 10

Tschechien: Tor: Hnilicka Abwehr: Kubina, Spacek - Pilar, Martinek - Kuba, Kaberle - Tomajko, Richter Angriff: Dvorak, Reichel, Rucinsky - Vyborny, Dopita, Hlinka - Moravec, Patera, Prochazka - Ujcik, Cajanek, Vlasak

Finnland: Tor: Nurminen Abwehr: Salo, Vaananen - Nummelin, Berg - Timonen, Marko Kiprusoff - Rintanen, Niemi Angriff: Sami Kapanen, Ylonen, Lind - Hentunen, Niko Kapanen, Parssinen - Kallio, Helminen, Ruutu - Virta, Sihvonen, Laaksonen

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