Ronald Biggs will Verbüßung von Restrafe anfechten

12. Mai 2001, 14:46
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28 Jahre hätte er noch offen

London - Der nach Großbritannien zurückgekehrte Posträuber Ronald Biggs will nach Angaben seiner Sprecherin vom Samstag Berufung dagegen einlegen, dass er noch 28 Jahre in Haft verbringen soll. Biggs, der sich freiwillig den britischen Behörden stellte, war nach seinem legendären Raubüberfall 1963 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. 1965 war er jedoch aus dem Gefängnis geflohen und verbrachte die vergangenen Jahrzehnte in Brasilien.

Der 71-Jährige, der nach drei Schlaganfällen teilweise gelähmt ist, kehrte in der vergangenen Woche nach Großbritannien zurück. Er wurde noch am Flughafen festgenommen und in das Londoner Belmarsh-Gefängnis gebracht. Biggs' Anwälte hatten bereits angekündigt, sie wollten die Verbüßung der Reststrafe von 28 Jahren anfechten.

Biggs hatte mit dem nicht nur in Großbritannien zum "Raub des Jahrhunderts" stilisierten Überfall auf den Postzug von Glasgow nach London Kriminalgeschichte gemacht. Mit 14 Komplizen erbeutete er 2,6 Millionen Pfund. Dies entsprach damals 217 Millionen Schilling, nach heutiger Kaufkraft jedoch fast 700 Millionen Schilling.

Nach seiner Flucht aus dem Gefängnis ließ Biggs mit einer Operation sein Aussehen verändern. Zunächst ging er mit seiner Familie nach Spanien, dann nach Australien, und 1970 erreichte er Brasilien. (APA/AP)

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