Deutscher Bundesnachrichtendienst führte Netz "schlafender Agenten"

12. Mai 2001, 12:00
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Leitung hatte Ehemaliger SS-Oberführer

Berlin - Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) und sein Vorläufer, die Organisation Gehlen, sowie andere westliche Geheimdienste haben in der Bundesrepublik ein Netz "schlafender Agenten" geführt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe (Samstag). Die Männer sollten sich bei einem sowjetischen Angriff überrollen lassen und hinter der Front gegen die Besatzungstruppen Widerstand leisten.

Laut Spiegel geht das aus Unterlagen der CIA aus den 50er und 60er Jahren hervor, die kürzlich freigegeben wurden. Das Netz führte der frühere SS-Oberführer Wilhelm Krichbaum (1896-1957). Der ehemalige Chef der Geheimen Feldpolizei, die während des Zweiten Weltkrieges zahlreiche Kriegsverbrechen begangen hatte, war 1948 zur Organisation Gehlen gestoßen. Er rekrutierte viele ehemalige Angehörige von SS, SD und Gestapo, darunter auch den berühmten Doppelagenten Heinz Felfe, der im BND für Moskau spionierte.

Der BND, so die CIA-Unterlagen, verdächtigte nach der Enttarnung Felfes 1961 auch den inzwischen verstorbenen Krichbaum, für den KGB spioniert und das Agentennetz an die Russen verraten zu haben. (APA/dpa)

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