Missouri will Hinrichtung geistig Behinderter verbieten

12. Mai 2001, 11:43
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Wenn "allgemeine Handlungsfähigkeit bedeutend eingeschränkt" und Intelligenz "deutlich unter dem Durchschnitt" ist

Jefferson City/USA - Das Parlament des US-Staats Missouri hat ein Verbot von Hinrichtungen geistig Behinderter gebilligt. Ein entsprechendes Verbot gilt bereits in 14 weiteren der insgesamt 38 US-Staaten, in denen die Todesstrafe verhängt werden kann. Ein bestimmter Mindest-Intelligenzquotient wird in der Vorlage nicht genannt. Sie betrifft Personen, deren "allgemeine Handlungsfähigkeit bedeutend eingeschränkt" ist und deren Intelligenz "deutlich unter dem Durchschnitt" liegt. Außerdem muss ihr Zustand bereits vor Vollendung des 18. Lebensjahres festgestellt worden sein.

Gouverneur Bob Holden erklärte am Freitag, er stimme mit dem Inhalt des Gesetzentwurfs überein, doch müsse er ihn noch prüfen, bevor er ihn unterzeichne. Seit Wiedereinführung der Todesstrafe in Missouri 1989 wurden dort 49 Menschen hingerichtet. Das Oberste Gericht der USA prüft derzeit, ob die Hinrichtung geistig Behinderter gegen die Verfassung verstößt, die grausame Strafen verbietet. (APA/AP)

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