"Titanic" wollte CDU/CSU mit Schweizer Konto reinlegen

11. Mai 2001, 23:52
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Die Unionsfraktion ist sauer

Bei der CDU/CSU-Fraktion war man angeblich gleich misstrauisch: In der Schweiz sei ein weiteres Konto der CDU entdeckt worden, hieß es in Anrufen und Faxen, die angeblich vom Schweizer Kreditinstitut "Credit Suisse" kamen. Wie die Fraktion am Freitag in Berlin mitteilte, hatte tatsächlich die Satirezeitschrift "Titanic" versucht, die Unionsfraktion "vorzuführen".

Angeblich sollte es sich um ein CDU-Konto unter der ehemaligen Adresse der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Bonn handeln. In der Fraktion schloss man einen "makabren Scherz" nicht aus, "da die CDU/CSU-Fraktion keine Auslandskonten unterhält", wie es am Freitag hieß. "Um möglichen Spekulationen rasch den Boden zu entziehen", wurde der Parlamentarische Geschäftsführer Eckart von Klaeden mit der Klärung vor Ort beauftragt. Dieser habe den Bundestagspräsidenten umgehend mündlich informiert.

Am Freitagmorgen in Luzern stellte sich in Gesprächen mit der Bank heraus, dass die übersandten Unterlagen "professionelle Fälschungen" waren. Die Unionspolitiker kamen der "Titanic" auch dadurch auf die Spur, dass sie nicht die angegebene Telefonnummer zurückriefen, sondern einen zur Kontrolle bei der Auskunft ermittelten Anschluss der Bank in Luzern.

Die Unionsfraktion will jetzt rechtliche Schritte prüfen, das Vorgehen der Zeitschrift sei "kein Kavaliersdelikt" ... (APA/dpa)

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