McVeigh "bestürzt" über Verschiebung seiner Hinrichtung

11. Mai 2001, 22:48
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Verurteilter will neues Beweismaterial prüfen

Washington - Der zum Tode verurteilte Oklahoma-Attentäter Timothy McVeigh ist nach den Worten seines Anwalts "bestürzt" über die Verschiebung seiner Hinrichtung. Der 33-jährige wolle das von der Bundespolizei FBI jahrelang unterschlagene und erst in dieser Woche aufgetauchte Beweismaterial aber prüfen und dann entscheiden, ob er sich gegen das Todesurteil wehren will, sagte sein Anwalt Rob Nigh am Freitag in Washington.

Wenige Stunden zuvor hatte Justizminister John Ashcroft für nächsten Mittwoch geplante Hinrichtung um einen Monat auf den 11. Juni verschoben. Der Grund: das FBI hatte den Verteidigern vor der Gerichtsverhandlung als 3.000 prozessrelevante Dokumente nicht ausgehändigt. Nach Angaben von Nigh reicht die Zeit von 30 Tagen nicht aus, um die Unterlagen zu lesen und zu analysieren. Die Verteidigung halte sich alle Optionen offen, sagte Nigh.

"McVeigh hat sich von seiner Familie und seinen Freunden verabschiedet. Er ist betrübt, dass diese Leute dadurch mussten, und das ganze vielleicht noch einmal erleben werden", sagte Nigh. Der Verteidiger forderte gleichzeitig, alle Hinrichtungen unter Bundesrecht auszusetzen. (APA/dpa)

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