Zusammenstöße zwischen Jugendlichen und der Polizei in Ghana

11. Mai 2001, 23:46
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Erste Opfer der Tragödie in Fußballstadion beerdigt

Accra - Am Rande einer Trauerfeier in der ghanaischen Hauptstadt Accra für die Opfer der Massenpanik in einem Fußballstadion ist es am Freitag zu Zusammenstößen zwischen mehreren hundert Jugendlichen und der Polizei gekommen. In der Nähe der Moschee in der Stadtmitte hätten Demonstranten Steine auf die Sicherheitskräfte geworfen sowie ein Polizeifahrzeug, Reifen und Zeitungskioske in Brand gesetzt, berichtete das Fernsehen.

Augenzeugen zufolge griffen die Jugendlichen zwei Polizeiwachen in dem Viertel von Nima an, aus dem viele Tote der Tragödie vom Mittwochabend stammten. Zahlreiche Ghanaer machen die Polizei für das Unglück verantwortlich. Die Sicherheitskräfte hatten Tränengas eingesetzt und die Stadiontore geschlossen, nachdem wütende Anhänger der unterlegenen Mannschaft in einem Meisterschaftsspiel randalierten. Daraufhin gerieten die Zuschauer in Panik, viele wurden tot getrampelt oder erstickten.

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurden die ersten 30 Todesopfer beerdigt. Tausende Menschen nahmen an einem Trauergottesdienst in der Moschee teil, unter ihnen auch Präsident John Kufour. Er hatte seine Landsleute zuvor zur Ruhe aufgerufen und eine Bestrafung der Verantwortlichen für die Tragödie angekündigt. Die sechs Polizeibeamten, die für die Sicherheit in dem Stadion zuständig waren, wurden inzwischen vom Dienst suspendiert. Bereits am Donnerstag hatten über einhundert Jugendliche einen Polizeiposten bei Accra angegriffen. Nach Krankenhausangaben wurden bisher 115 der insgesamt mindestens 126 Toten identifiziert. (APA)

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