Präsident Havel für künftige NATO "von Alaska bis Tallin"

11. Mai 2001, 20:13
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Allianz soll baltische Staaten 2002 einladen - Gute Chancen für Slowenien und Slowakei - Keine Rücksicht auf Russland

Bratislava - Der tschechische Präsident Vaclav Havel hat sich für eine baldige NATO-Aufnahme von Estland, Lettland und Litauen ausgesprochen. Die Allianz solle die baltischen Staaten schon während des NATO-Gipfels 2002 in Prag einladen, sagte Havel am Freitag in Bratislava. In der slowakischen Hauptstadt geht an diesem Samstag eine dreitägige Sicherheits-Konferenz der Ministerpräsidenten von Albanien, Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Mazedonien, Rumänien, Slowenien und der Slowakei zu Ende.

Slowenien und die Slowakei besäßen große Chancen, im kommenden Jahr zum NATO-Beitritt eingeladen zu werden, sagte Havel. Ein Gipfeltreffen der Allianz in Prag ohne Einladung an neue Mitglieder würde dem "Prinzip der offenen Tür" widersprechen. "Ein Zurückstecken der Osterweiterung aus reinen Prestige-Gründen Russlands wäre das Schlimmste, was die NATO tun könnte", betonte das Staatsoberhaupt mit deutlichem Hinweis auf Estland, Lettland und Litauen. Tschechien war im März 1999 mit Polen und Ungarn der NATO beigetreten.

"Die baltischen Staaten geben klar zu verstehen, dass sie zum Westen gehören, und sie bereiten sich intensiv auf einen Beitritt zur Allianz vor", sagte Havel. Ein Ablehnen der Länder aus strategischen Erwägungen Moskaus bedeute de facto, dass Russlands Angst vor einer Osterweiterung berechtigt sei, unterstrich Tschechiens Präsident. Die "NATO einer neuen Ära" sollte sich des Raums bewusst werden, den sie umfassen sollte, betonte Havel: "Dieser Raum reicht von Alaska bis (zur estnischen Hauptstadt) Tallin." (APA/dpa)

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