Ungarn: Orban und Torgyan bestätigen Fortbestand der Koalition

11. Mai 2001, 20:11
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Torgyan-Gegner in der Kleinlandwirte-Partei formieren sich - Rat der FkgP-Minister gegründet

Budapest - Als "Stehaufmännchen" bezeichnen politische Beobachter den Vorsitzenden der ungarischen rechtspopulistischen Kleinlandwirtepartei (FkgP), Jozsef Torgyan. Während seine Gegner in der Partei meinten, Torgyan entmachtet zu haben, saß dieser heute (Freitag) mit dem konservativen Premier Viktor Orban am Verhandlungstisch zum Thema Fortbestand der Koalition. Am vergangenen Wochenende hatte sich die FkgP gespalten, indem der Reformflügel Zsolt Lanyi als eigenen Vorsitzenden wählte. Dieser wurde jedoch von einem Budapester Gericht nicht als neuer Parteichef anerkannt.

Bei dem Treffen von Orban und Torgyan unterstrichen beide Seiten, es gebe "keinen Konflikt" zwischen der durch Torgyan geleiteten Kleinlandwirtepartei und der Regierung. Daher sei auch der "Koalitionsfrieden" nicht in Gefahr. Daran würde auch die Tatsache nichts ändern, dass Premier Orban nicht die Forderung Torgyans erfüllt, die bei ihm in Ungnade gefallenen FkgP-Minister abzuberufen.

Torgyan, inzwischen aus der eigenen Fraktion ausgeschlossen, bezeichnete sich als Fraktionschef und kündigte an, dem ihn zugewiesenen Platz auf der Bank der unabhängigen Abgeordneten nicht zu akzeptieren. Im Sinne der Schaffung der neuen Einheit der Kleinlandwirtepartei haben deren Minister (Umwelt, Verteidigung, Landwirtschaft, Phare-Programme) sowie der FkgP-Fraktionschef am Freitag den "Rat der FkgP-Minister" gegründet. Anstelle von innerparteilichen Streitereien - so Umweltminister Bela Turi-Kovacs - müsse sich die Parlamentspartei um die Erfüllung des Regierungsprogrammes bemühen. (APA)

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