Klein ist die Formel, groß ist die Hoffnung

11. Mai 2001, 19:15
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Patrick Friesacher will sich in der Formel 3000 etablieren, das eigentliche Ziel ist ein anderes

Spielberg - "Wenn ich mich in dieser Klasse durchsetze, dann ist der ganz große Sprung möglich", sagt Formel-3000-Pilot Patrick Friesacher, momentan ranghöchster heimischer Motorsportler. Denn in der Formel 1 darf derzeit kein österreichischer Pilot um Punkte mitfahren. Heinz-Harald Frentzen, Oliver Panis, Nick Heidfeld, Juan Pablo Montoya und Enrique Bernoldi schafften vor dem 20-jährigen Kärntner via F 3000 den Aufstieg in die Eliteliga. Sein direktes Vorbild heißt aber Ayrton Senna. "Sein Ehrgeiz und seine Ausstrahlung waren schon faszinierend", zeigt sich Friesacher beeindruckt.

Nach dem verpatzten Debüt in Brasilien - Kollision mit seinem spanischen Teamkollegen Antonio Garcia - fuhr der Kärntner in Imola mit einem fünften Platz seine ersten Punkte ein. Dennoch war seine Freude ein bisschen gedämpft, wurde er doch nach dem Start (2. Position) auf Platz fünf durchgereicht. In Barcelona landete er zuletzt auf dem achten Platz.

Der Wolfsberger absolviert am Samstag (15 Uhr) sein erstes Formelrennen in Österreich. "Zuerst waren meine Jahre in Frankreich, dann die deutsche Formel 3-Meisterschaft. Den Ring kenne ich von Spaziergängen und aus Datenaufzeichnungen."

Ursprünglich waren zwei Saisonen in der Formel 3 geplant, heraus kam nur eine. Denn nach Friesachers erstem F-3-Sieg (Sachsenring) fuhr Helmut Marko, Teamchef des Red-Bull-Sauber-Junior-Teams, zwecks Tests mit ihm nach Ungarn, und der Kärntner nützte diese Chance. "Unbedingter Wille, großer Arbeitseinsatz und hoher Grundspeed", beschreibt Marko die Stärken seines Schützlings. Es werde mehr Linie gefahren und in der Kurve runder. Friesacher: "Jetzt muss ich mehr mit dem Auto kämpfen, es herumreißen. Enorm wichtig ist die Abstimmung. Eine kleine Verstellung kann drei Zehntel kosten und bei der Dichte zehn Plätze."

Seit 1985 existiert die F-3000-Meisterschaft mit Chancengleichheit: Lola-Chassis und Zytek-V8-Motoren mit rund 490 PS und limitierter Drehzahl (9000) für jeden. Starten dürfen jetzt immer alle 26 Fahrer (13 Teams). Das war nicht immer so. 1999 mussten noch 40 Fahrer aus 20 Teams um 26 Startplätze rittern.

Für den Beginn des Rennens wünschte sich Friesacher einen Platz in der zweiten oder dritten Startreihe, am Ende soll ein Top-5-Platz herausschauen. (jaro)

(DER STANDARD, PRINTAUSGABE 12./13. 5. 2001)

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