AUA-Chefs Bammer und Rehulka müssen gehen

11. Mai 2001, 19:15
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Ausschreibung kommt - Abschied zum Jahresende

Wien - Den AUA-Vorständen Herbert Bammer und Mario Rehulka wurden am Freitag in ÖIAG ihr vorzeitiges Ausscheiden aus dem Konzern nahegelegt. Die Position wird demnächst neu ausgeschrieben. Bammer und Rehulka sollen solange bleiben, bis die neue Führung gefunden wurde; wahrscheinlich bis zum Jahresende. Zur Bestellung eines dritten Vorstandes werde es nicht kommen, verlautete am Freitag.

 

ÖIAG-Chef Johannes Ditz deutete eine Ablöse des Vorstandsduos bereits bei der Hauptversammlung am Mittwoch an. Wörtlich sagte er: "In einer neuen Ära muss es legitim sein, über neue Führungsstrukturen zu diskutieren". Die ÖIAG hält 39,7 Prozent an der AUA. Seit dem Regierungswechsel und der Neubesetzung des Aufsichtsrates, betreibt die ÖIAG die Ablöse von Bammer und Rehulka, deren Verträge noch bis Mitte 2003 laufen. Es wird erwartet, dass beide finanziell gut abgefertigt werden. "Geld spielt keine Rolle", hieß es am Freitag.

 

Die ÖIAG argumentiert mit einer Verjüngung, beide Herrn sind 60 Jahre. Doch factum ist, dass sie den neuen ÖIAG-Machthabern Relikt der rot-schwarzen Regierung schon lange ein Dorn im Auge sind.

 

Involvierte gehen davon aus, dass die Banken (Bank Austria, Raiffeisen Zentralbank, Bawag) als Syndikatspartner der ÖIAG im AUA-Aufsichtsrat einer Vorstands-Veränderung zustimmen.

Ende einer zermürbenden Luftschlacht

 

Das Ausscheiden von Bammer und Rehulka ist das Ende einer zermürbenden Luftschlacht die Anfang des Vorjahres begann. Niki Lauda wehrte sich gegen das seit damals geplante Stammhaus- Konzept bei der alle drei Airlines (AUA, Tyrolean und Lauda Air) unter Führung der AUA in zentralen Bereichen zusammen arbeiten.

 

Im Sommer des Vorjahres dämmerte es der AUA, dass die Geschäftsgebahrung der Lauda Air im Argen lag. Gleichzeitig versuchte Niki Lauda seine politischen Kontakte - jetzt zur FPÖ - zu nutzen. Doch den Sprung an die AUA-Spitze schaffte er nicht. Er musste wegen grober aktienrechtlicher Pflichtverletzungen und nach einem Milliarden-Verlust seiner Airline den Hut nehmen.

 

Doch auch der damaligeTyrolean-Chef Fritz Feitl stand für einen Chefposten bei der AUA Gewehr bei Fuß. Doch diese scheiterte kläglich, weil bei der entscheidenden Aufsichtsratssitzung zuwenig Kapitalvertreter anwesend waren und die Betriebsräte mit ihrem Auszug Feitls Wahl unmöglich machten.

 

Für die neue ÖIAG-Mannschaft war das ein willkommener Grund Rudolf Streicher an der Spitze des AUA-Aufsichtsrats und als ÖIAG-Chef abzulösen. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe 12.5.2001)

 

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